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Nach Attentat auf Charlie Kirk: Welle an Falschinformationen über angeblich transgeschlechtlichen Täter

geralt (CC0), Pixabay

Nach dem tödlichen Attentat auf den konservativen Aktivisten Charlie Kirk hat sich im Internet eine Flut von Falschinformationen verbreitet, in denen der Täter fälschlicherweise als transgeschlechtlich bezeichnet wird. Solche unbegründeten Behauptungen sind Teil eines wiederkehrenden Musters: Immer wieder werden trans Personen in sozialen Medien mit Gewaltverbrechen in Verbindung gebracht – häufig, bevor offizielle Informationen veröffentlicht wurden.

Fehlinformationen folgen bekanntem Muster

Kirk wurde bei einem öffentlichen Diskussionsformat an der Utah Valley University erschossen. Ein Video des Vorfalls, in dem der Schuss zu sehen ist, verbreitete sich rasch online. Noch vor der Festnahme des Verdächtigen Tyler Robinson wurden in sozialen Netzwerken Gerüchte laut, der Schütze sei trans – was sich später als falsch herausstellte.

Ein Auslöser für die Spekulationen könnte gewesen sein, dass Kirks letzte öffentliche Antwort vor dem Angriff eine kritische Bemerkung zu trans Tätern in Amokläufen war. Dennoch gibt es laut offiziellen Daten keine signifikante Verbindung zwischen Transidentität und Massengewalt.

Laut dem Gun Violence Archive (GVA) waren von über 5.200 Massenschießereien seit 2015 nur fünf Täter transgeschlechtlich – das entspricht etwa 0,1 Prozent. Zum Vergleich: Etwa 1 Prozent der US-Bevölkerung über 13 Jahren identifiziert sich laut dem Williams Institute als trans.

Politische Instrumentalisierung

Die Verbreitung derartiger Verschwörungstheorien erfolgt oft im Kontext einer zunehmend polarisierten Debatte. Die zweite Trump-Regierung hat Maßnahmen ergriffen, die als gezielte Einschränkung von Rechten trans Personen gewertet werden – darunter das Verbot trans Frauen im Sport, Einschränkungen beim Zugang zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen und Versuche, ID-Dokumente für trans Personen zu regulieren.

Die LGBTQ-Medienorganisation GLAAD kritisierte, dass extremistische Stimmen bei Gewaltverbrechen regelmäßig trans Personen instrumentalisieren, um vom eigentlichen Problem – leichter Zugang zu Schusswaffen – abzulenken.

Forscherin warnt vor gesellschaftlichen Folgen

Imara Jones, CEO von TransLash Media, sieht in der gezielten Desinformation ein Mittel, um Hass gegen die trans Community zu schüren.

„Das ist wie ein ständiges Trommeln, das den Blutdurst gegen trans Menschen in der Gesellschaft anheizen soll“, sagte sie gegenüber USA TODAY.

Solche Narrative könnten dazu beitragen, trans Menschen zu „entmenschlichen“ und politische Rückschritte zu legitimieren, warnte Jones. Gleichzeitig distanziere sich die Community klar von Gewalttaten:

„Niemand, den ich kenne, hält das, was passiert ist, für gerechtfertigt. Aber was ich sehr wohl höre, ist große Angst“, so Jones.

Robinson wegen Mordes angeklagt – Todesstrafe gefordert

Der 29-jährige Verdächtige Tyler Robinson hat sich laut Polizeiangaben am 11. September gestellt, kooperiert jedoch nicht mit den Ermittlern. Laut Anklageschrift soll er Charlie Kirk wegen dessen politischer Aussagen gezielt angegriffen haben. Ein Text an seinen Mitbewohner lautete:

„Ich hatte genug von seinem Hass. Gegen manchen Hass kann man nicht verhandeln.“

Robinsons Mitbewohner, mit dem er laut seiner Mutter in einer Beziehung war, wurde von Utahs Gouverneur Spencer Cox als trans Person bezeichnet. Diese/r kooperiere mit den Behörden.

Robinson wurde wegen schweren Mordes, illegalen Waffenbesitzes, Justizbehinderung und Zeugenbeeinflussung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft strebt die Todesstrafe an.

Kirks Beerdigung und politische Reaktionen

Charlie Kirks Beisetzung ist für Sonntag, den 21. September angesetzt. Auch Ex-Präsident Donald Trump hat seine Teilnahme angekündigt. Kirk galt als prominente Figur der amerikanischen Rechten und enger Vertrauter Trumps.

Die öffentliche Diskussion rund um den Fall bleibt aufgeheizt – insbesondere wegen der falschen Vorwürfe gegenüber der trans Community, die erneut ins Zentrum einer polarisierenden und gefährlichen Debatte gerückt wurde.


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