Im beschaulichen Ort Elsbethen bei Salzburg spielt sich derzeit ein ungewöhnliches Drama ab: Drei betagte Ordensschwestern – Schwester Bernadette, Schwester Regina und Schwester Rita – leisten Widerstand gegen ihren eigenen Orden. Ihr Zuhause, das traditionsreiche Kloster Goldenstein, steht im Zentrum des Konflikts. Seit Jahrzehnten leben die drei dort in stiller Einkehr und Gebet. Doch nun will ihr Vorgesetzter, Probst Grasl, sie umsiedeln – in ein Altersheim.
Die Nonnen vermuten hinter dem Plan eine „List“ ihres Chefs: Das leerstehende Kloster soll möglicherweise anderweitig genutzt oder gar verkauft werden. Doch die drei Frauen wollen das nicht kampflos hinnehmen. Statt das Kloster zu verlassen, haben sie es kurzerhand besetzt – in einem Akt stillen, aber festen Widerstands.
„Wir sind nicht störisch. Wir verteidigen unser Zuhause“, sagt Schwester Bernadette. Gemeinsam halten sie nun Tag und Nacht Wache in dem Gebäude, dessen hohe Mauern sie jahrzehntelang mit Leben erfüllt haben. Das Kloster sei kein leerer Ort, betonen sie – sondern ein Ort des Glaubens, der Geschichte und der Identität.
Die Entscheidung des Ordens, die betagten Schwestern zu versetzen, stößt auch außerhalb der Klostermauern auf Unverständnis. In der Region wächst die Unterstützung für die drei Frauen. Viele Anwohnerinnen und Anwohner zeigen sich solidarisch und bringen Lebensmittel vorbei oder bieten Hilfe an. In den sozialen Medien verbreitet sich ihr Widerstand unter dem Hashtag #GoldensteinBleibt.
Probst Grasl äußerte sich bisher nur knapp zu der Besetzung. Man wolle eine „einvernehmliche Lösung“ finden, hieß es. Doch die Fronten sind verhärtet. Die Nonnen zeigen keinerlei Absicht, das Kloster freiwillig zu verlassen.
Ob es eine gütliche Einigung geben wird oder der Streit um das Kloster Goldenstein weiter eskaliert, bleibt offen. Eines jedoch ist sicher: Diese drei Frauen haben bewiesen, dass auch leise Stimmen laut gehört werden können – wenn sie für das kämpfen, was ihnen heilig ist.