Extreme Hitze ist längst nicht mehr nur eine unangenehme Wetterlage, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko. Einer aktuellen Schätzung britischer Forscher zufolge sind in diesem Sommer in europäischen Städten rund 16.500 zusätzliche Todesfälle auf den menschengemachten Klimawandel zurückzuführen.
Die Wissenschaftler untersuchten Daten aus 854 Städten in Europa und kamen zu dem Ergebnis, dass dort insgesamt etwa 24.400 Menschen an extremer Hitze starben. Fast 70 Prozent (68 Prozent) dieser Todesfälle wären demnach ohne die vom Menschen verursachte Erderwärmung nicht eingetreten.
Gefährliche Hitzewellen als direkte Folge der Erderwärmung
Hitzewellen treten durch den Klimawandel nicht nur häufiger, sondern auch intensiver auf. Besonders in dicht besiedelten Städten wirken sich die hohen Temperaturen stark aus: Beton und Asphalt speichern die Wärme, während es oft an kühlenden Grünflächen fehlt. Ältere Menschen, chronisch Kranke und sozial Schwächere gelten als besonders gefährdet.
Dunkelziffer vermutlich höher
Die Forscher betonen, dass ihre Schätzung konservativ sei. Die tatsächliche Zahl der Hitzetoten dürfte noch höher liegen, da nicht alle Todesfälle eindeutig auf Hitze zurückgeführt werden können. Oft treten sie indirekt auf – etwa durch Herz-Kreislauf-Versagen, Atemwegsprobleme oder das Zusammenwirken mit bestehenden Vorerkrankungen.
Herausforderung für Städte und Politik
Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit, Städte besser gegen extreme Hitze zu wappnen. Maßnahmen wie mehr Grünflächen, Schattenplätze, Trinkbrunnen und kühlere Gebäude könnten die Risiken senken. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass Klimaschutz nicht nur eine ökologische, sondern auch eine gesundheitspolitische Aufgabe ist.
Fazit: Der Sommer 2025 hat einmal mehr gezeigt, dass extreme Hitze tödliche Folgen hat – und dass der Klimawandel die Hauptursache ist. Ohne entschlossene Gegenmaßnahmen könnten die Opferzahlen in den kommenden Jahren weiter steigen.