In Venezuela beginnt die Weihnachtszeit in diesem Jahr ungewöhnlich früh: Bereits am 1. Oktober soll gefeiert werden. Das kündigte Präsident Nicolás Maduro in seiner wöchentlichen TV-Sendung im staatlichen Fernsehen an.
„Dies ist unsere Form, das Recht auf Freude zu verteidigen“, erklärte Maduro. Angesichts der derzeitigen militärischen Spannungen mit den USA will die Regierung offenbar mit Festtagsstimmung für Ablenkung sorgen und das Land auf andere Gedanken bringen.
Kritik von Kirche und Opposition
Die Entscheidung ist nicht neu: Schon im vergangenen Jahr hatte Caracas den offiziellen Weihnachtsbeginn um mehrere Wochen vorverlegt. Damals wie heute gab es deutliche Kritik von der katholischen Kirche, die die Maßnahme als politisch motiviert und als Missbrauch religiöser Traditionen verurteilte. Auch die Opposition wirft Maduro vor, mit solchen Inszenierungen von Vorwürfen der Wahlfälschung und der wirtschaftlichen Krise ablenken zu wollen.
Weihnachtszeit als politisches Instrument
In Venezuela ist Weihnachten traditionell ein wichtiges Fest, das über mehrere Wochen hinweg gefeiert wird. Mit der Vorverlegung soll ein Gefühl von Normalität und Zusammenhalt vermittelt werden – ein Kontrast zur angespannten wirtschaftlichen und politischen Lage im Land. Kritiker sehen darin jedoch weniger eine Feier des Glaubens, sondern eine gezielte Stimmungsmache.
Ausblick
Ob die Maßnahme bei der Bevölkerung tatsächlich für Freude sorgt oder eher das Misstrauen gegenüber der Regierung verstärkt, bleibt abzuwarten. Fest steht: In Venezuela wird Weihnachten in diesem Jahr zwei Monate länger dauern als anderswo – ganz im Sinne von Präsident Maduro.