In Norwegen hat am Montagmorgen die Parlamentswahl begonnen. Rund vier Millionen Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale öffneten um 9 Uhr. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Ministerpräsident Jonas Gahr Støre mit seiner sozialdemokratischen Arbeiterpartei (Ap) die Regierungsmehrheit behaupten kann.
Umfragen sehen Sozialdemokraten vorn
Nach jüngsten Umfragen könnte die Arbeiterpartei erneut stärkste Kraft im Storting, dem norwegischen Parlament, werden. Dem rot-grünen Block insgesamt wird eine knappe Mehrheit vorhergesagt. Damit hätte Støre die Chance, seine seit 2021 bestehende Regierung fortzuführen – allerdings wohl erneut in einem Bündnis mit kleineren Parteien.
Rechte als Herausforderer
Die rechtsliberale bis rechtspopulistische Fortschrittspartei (FrP) liegt den Prognosen zufolge auf Platz zwei. Sie setzt im Wahlkampf vor allem auf Themen wie Migration, Steuersenkungen und eine stärkere Nutzung der norwegischen Ölvorkommen. Zusammen mit den konservativen Parteien könnte sie versuchen, eine alternative Regierungskoalition zu bilden.
Bedeutung über Norwegen hinaus
Die Wahl findet nicht nur nationale Beachtung. Norwegen ist seit dem russischen Angriff auf die Ukraine zu einem der wichtigsten Energielieferanten Europas geworden. Entscheidungen über die künftige Ausrichtung der Öl- und Gasförderung sowie den Ausbau erneuerbarer Energien haben damit direkte Auswirkungen auf die Energieversorgung in der EU.
Hintergrund
Das Storting in Oslo umfasst 169 Sitze, gewählt wird nach einem Verhältniswahlsystem. Erste Ergebnisse werden noch am Montagabend erwartet, das endgültige Bild dürfte aber erst in der Nacht klar sein.