Tennis-Idol Boris Becker hat in einem Interview mit dem SZ-Magazin offen über seine Erfahrungen im Gefängnis gesprochen. Der 57-Jährige, der 2022 wegen Insolvenzverschleppung in London verurteilt wurde, schilderte die Haft als prägende und traumatische Zeit, die ihn für immer begleiten werde.
„Du bist eine Nummer, kein Mensch mehr“
Becker beschrieb seine Zeit im Gefängnis als „schmerzhaft und entwürdigend“. Besonders bedrückend sei für ihn gewesen, wie sehr die persönliche Identität verloren gehe: „Du bist eine Nummer, kein Mensch mehr.“ Diese Erfahrung habe sich tief in sein Bewusstsein eingebrannt.
Haftstrafe und Entlassung
Becker war im April 2022 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er im Rahmen seines Insolvenzverfahrens Vermögenswerte verschwiegen hatte. Seine Strafe verbüßte er in einem britischen Gefängnis. Nach rund acht Monaten kam er im Dezember 2022 wieder frei – frühzeitig entlassen.
Lebenslange Spuren
Auch nach seiner Entlassung sieht Becker die Haft nicht als abgeschlossenes Kapitel: „Die Zeit wirst du nie ganz los. Du nimmst das Gefängnis mit in dein neues Leben.“ Die Erfahrung habe ihn geprägt – und werde wohl bis an sein Lebensende in ihm nachwirken.
Ein Leben zwischen Erfolg und Skandalen
Der einst jüngste Wimbledon-Sieger der Geschichte bleibt auch nach seiner sportlichen Karriere eine Figur, die die Öffentlichkeit polarisiert. Neben seinen großen Erfolgen im Tennis sorgten private Turbulenzen, finanzielle Probleme und nun auch die Haftstrafe für Schlagzeilen.