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BaFin bewertet Lebensversicherer: Stabilität hoch, Kundennutzen im Fokus

geralt (CC0), Pixabay

Beim Handelsblatt-Strategiemeeting Lebensversicherung am 4. September 2025 hat BaFin-Exekutivdirektorin Julia Wiens die Lage der deutschen Lebensversicherer eingeordnet und zugleich die aktuellen Aufsichtsschwerpunkte vorgestellt.

Lage aktuell stabil

Trotz eines volatilen Marktumfelds sieht die BaFin derzeit keine wesentlichen Auswirkungen auf die Risikotragfähigkeit der Unternehmen. Wiens betonte allerdings, dass die vergangenen Jahre gezeigt hätten, wie sensibel die Branche auf Zinsänderungen reagiert. Insgesamt sei die Situation jedoch „robust – und in vielen Fällen sogar gut“.

Kundennutzen als Maßstab

Ein Schwerpunkt der Aufsicht bleibt der Kundennutzen. Besonders im Blick steht das Produktfreigabeverfahren: Versicherer müssen den Zielmarkt für ihre Produkte klar definieren. Wiens kritisierte, dass manche Gesellschaften extrem breite Zielgruppen benennen, die kaum voneinander zu unterscheiden sind. In solchen Fällen müsse das Produkt auch tatsächlich für sehr unterschiedliche Bedürfnisse geeignet sein. Auffällig hohe Vertragskündigungen seien ein Hinweis, dass Zielmarkt oder Produkt angepasst werden müssten.
Darüber hinaus will die BaFin prüfen, ob Rentenleistungen in einem angemessenen Verhältnis zum eingezahlten Kapital stehen – also ob sich Produkte in der Auszahlungsphase für Kunden wirklich lohnen.

Künstliche Intelligenz im Fokus

Ein weiteres zentrales Thema ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Wiens verwies auf die neue europäische KI-Verordnung, die für mehr Rechtssicherheit sorgen soll. Unter ihrer Leitung arbeitet das Digital Finance Steering Committee von EIOPA aktuell an praktischen Hilfestellungen zur Umsetzung.
Für die BaFin steht fest: KI-Systeme brauchen klare Governance- und Risikomanagement-Strukturen. Innovation sei willkommen – solange sie Finanzstabilität nicht gefährdet und einen klaren Mehrwert für die Kunden bietet.

Erleichterungen für kleinere Versicherer

Positiv bewertete Wiens die Reform von Solvency II. Durch das Prinzip der Proportionalität sollen kleinere und weniger komplexe Versicherer künftig spürbar entlastet werden. Auch größere Gesellschaften können Erleichterungen nutzen, wenn ihr Risikoprofil das zulässt. Die BaFin kündigte an, diesen neuen Spielraum bewusst einzusetzen und die prinzipienbasierte Aufsicht stärker auszuschöpfen.

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