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Sachsen fördert den Anbau alter Getreide- und Kartoffelsorten – Vielfalt als Schlüssel für die Zukunft

MarkoPaak (CC0), Pixabay

Sachsen will mit einem besonderen Förderprogramm die genetische Vielfalt alter Kulturpflanzen bewahren und deren Nutzung für die Zukunft sichern. Im Fokus stehen dabei historische Getreidearten sowie traditionelle Kartoffelsorten, die im modernen Agrarbetrieb zunehmend verdrängt worden sind.

Warum alte Sorten wichtig sind

Alte Pflanzensorten gelten als wertvolle genetische Ressourcen. Viele von ihnen sind robuster gegenüber Wetterextremen, Krankheiten oder Schädlingen. Sie besitzen außerdem Eigenschaften, die in der intensiven Züchtung moderner Hochleistungssorten verloren gegangen sind. Angesichts des Klimawandels und wachsender Anforderungen an eine nachhaltige Landwirtschaft können diese Eigenschaften entscheidend werden.

„Was früher vielleicht als altmodisch galt, ist heute eine Schatzkammer für die Landwirtschaft“, heißt es aus dem Agrarministerium. Alte Getreidearten wie Emmer oder Einkorn seien deutlich widerstandsfähiger gegen Trockenheit, während traditionelle Kartoffelsorten wie die „Bamberger Hörnchen“ durch ihre Vielfalt an Inhaltsstoffen und ihren besonderen Geschmack überzeugen.

So funktioniert das Förderprogramm

Um Landwirte zum Anbau dieser seltenen Kulturen zu motivieren, zahlt Sachsen seit 2023 eine Prämie von 120 Euro pro Hektar. Damit sollen die zusätzlichen Aufwände ausgeglichen werden, die mit der Pflege und Vermarktung alter Sorten verbunden sind.

Im ersten Förderjahr beteiligten sich 15 landwirtschaftliche Betriebe, die zusammen rund 460 Hektar Fläche mit alten Getreide- und Kartoffelsorten bewirtschafteten. Das Ministerium rechnet damit, dass die Zahl der Betriebe in den kommenden Jahren steigen wird, da das Interesse an regionalen und ökologisch wertvollen Produkten zunimmt.

Mehrwert für Verbraucher und Märkte

Alte Sorten sind nicht nur ein Gewinn für die Landwirtschaft, sondern auch für Verbraucherinnen und Verbraucher. Viele schätzen die besondere Qualität und den Geschmack dieser Produkte. Im Direktvertrieb, auf Wochenmärkten oder in Bio-Läden erzielen sie oft höhere Preise. Damit eröffnen sich für Landwirte Nischenmärkte, die wirtschaftlich attraktiv sein können.

Beitrag zu Biodiversität und Kulturerbe

Neben den praktischen Vorteilen für die Landwirtschaft trägt das Programm auch zum Erhalt des kulturellen Erbes bei. Zahlreiche Sorten, die über Jahrhunderte in der Region angebaut wurden, könnten sonst endgültig verschwinden. Sachsen setzt damit ein deutliches Zeichen für Nachhaltigkeit, Biodiversität und regionale Wertschöpfung.

Das Agrarministerium betont: „Alte Sorten sind kein Blick zurück, sondern ein wichtiger Baustein für die Landwirtschaft von morgen.“

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