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BaFin warnt: Identitätsdiebstahl mit „Fidelity Investments Europe GmbH“ in WhatsApp-Gruppen

Leovinus (CC0), Pixabay

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) schlägt Alarm: In WhatsApp-Gruppen und über die Websites fidel-investments.com sowie houtai.citadelbd.com werden derzeit betrügerische Finanzangebote verbreitet. Unter dem Namen Fidelity Investments Europe GmbH und mithilfe der App FDmin versuchen Unbekannte, Anlegerinnen und Anleger in die Falle zu locken.

Wichtig: Diese Angebote haben nichts mit der bekannten FIL Fondsbank GmbH oder anderen Unternehmen der Marke Fidelity zu tun. Es handelt sich um Identitätsdiebstahl.

So läuft die Masche ab

Die Betrüger arbeiten mit einem systematischen Vorgehen, das Anlegern aus anderen Fällen bekannt vorkommt:

  1. Werbung in sozialen Medien – über Facebook oder ähnliche Plattformen werden Anzeigen geschaltet, die mit kostenlosen Aktien-Tipps oder exklusiven Handelssignalen locken.

  2. WhatsApp-Gruppen – Interessenten landen in Chats wie dem sogenannten Fidelity Research Hub. Dort tritt ein angeblicher Experte – im aktuellen Fall „Bernhard Altreich“ – mit Unterstützung seiner „Assistentin Leonie Brandt“ auf. Laut BaFin sind diese Personen frei erfunden.

  3. Vertrauensaufbau – In den Gruppen wird über Wochen Wissen geteilt, Seminare angeboten und angeblich lukrative Aktienempfehlungen ausgesprochen.

  4. Das große Versprechen – Nach einiger Zeit wird ein „innovatives Handelssystem“ oder ein vorbörslicher Krypto-Token präsentiert. Mitglieder sollen meinen, nur sie hätten Zugang zu einem exklusiven Investment.

  5. Anmeldungen bei Plattformen – Die Betrüger leiten Anleger auf gefälschte Handelsplattformen oder Apps wie FDmin. Teilweise sind kleine Testauszahlungen möglich, um Vertrauen zu schaffen.

  6. Einzahlungen und Druck – Investitionen laufen oft über ausländische Konten oder Kryptowährungen. Danach wird der Druck erhöht, noch mehr Geld einzuzahlen.

  7. Kein Ausstieg möglich – Auszahlungen werden an Bedingungen geknüpft, hinausgezögert oder gar nicht mehr durchgeführt. Webseiten verschwinden häufig spurlos.

Warnsignale für Anleger

  • Werbung über soziale Medien mit „kostenlosen Tipps“ oder „Expertenwissen“.

  • Chats in WhatsApp oder Telegram, die schnelle Gewinne versprechen.

  • Handelsplattformen oder Apps, die nicht in offiziellen Registern auftauchen.

  • Vorauszahlungen für Steuern, Gebühren oder angebliche Freischaltungen.

Die Position der BaFin

Die BaFin stellt klar: Wer in Deutschland Finanz-, Wertpapier- oder Kryptodienstleistungen anbietet, benötigt dafür eine offizielle Erlaubnis. Die genannten Anbieter besitzen diese nicht. Ob ein Unternehmen zugelassen ist, lässt sich jederzeit in der Unternehmensdatenbank der BaFin prüfen.

Die aktuelle Warnung basiert auf § 37 Abs. 4 Kreditwesengesetz sowie § 10 Abs. 7 Kryptomärkteaufsichtsgesetz.

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