Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat im Rahmen ihrer Bilanzkontrolle gravierende Mängel im IFRS-Konzernabschluss der Pittler Maschinenfabrik AG zum 31. Dezember 2022 festgestellt. Betroffen sind sowohl der offengelegte Abschluss als auch der dazugehörige zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022.
Fehler im Lagebericht
Im Lagebericht sah die BaFin einen klaren Verstoß:
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Die Prognoseangaben waren so gestaltet, dass kein Vergleich zwischen den erwarteten Werten und den tatsächlich erzielten Ergebnissen möglich war.
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Damit fehlte Anlegerinnen und Anlegern die notwendige Transparenz über die Geschäftsentwicklung.
Fehler im Konzernabschluss
Besonders deutlich fielen die Beanstandungen im IFRS-Abschluss aus. Die BaFin stellte mehrere bilanzielle Fehlklassifizierungen und falsche Angaben fest:
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Leasingverhältnisse
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Verträge wurden falsch als Operating-Leasing klassifiziert, obwohl es sich um Finanzierungsleasing handelte.
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Pflichtangaben zu Leasingverhältnissen wurden zudem nicht vollständig oder fehlerhaft gemacht.
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Nahestehende Unternehmen und Personen
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Angaben zu Related-Party-Transaktionen fehlten teilweise oder waren unzutreffend.
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Kapitalflussrechnung
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Enthielt unzutreffende Angaben, die das Bild der Finanzlage verzerrten.
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Forderungen statt Rechte
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Rechte zum Erwerb von Maschinen wurden fälschlich als Forderungen ausgewiesen.
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Falsch ausgewiesene Verbindlichkeiten
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Eine Darlehensverbindlichkeit wurde unzutreffend als Verbindlichkeit aus Lieferung und Leistung verbucht.
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Eigenkapitalfehler
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Kosten, die im Zusammenhang mit dem Erwerb weiterer Anteile an einer Tochtergesellschaft anfielen, wurden nicht direkt im Eigenkapital erfasst, wie es nach IFRS vorgesehen ist.
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Rechtlicher Rahmen
Seit dem 1. Januar 2022 ist die BaFin allein zuständig für die Bilanzkontrolle kapitalmarktorientierter Unternehmen.
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Grundlage: Abschnitt 16, Unterabschnitt 1 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG).
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Stellt die Behörde Fehler fest, muss sie diese öffentlich bekanntmachen.
Die Veröffentlichung erfolgt gemäß § 109 Abs. 2 WpHG und soll die Transparenz am Kapitalmarkt erhöhen. Anlegerinnen und Anleger sollen durch diese Offenlegung in die Lage versetzt werden, Rechnungslegungsverstöße klar zu erkennen und ihr Vertrauen in die Finanzmärkte zu behalten.
Bedeutung für Anleger
Die Beanstandungen sind gravierend, da sie Kernbereiche der Finanzberichterstattung betreffen: Leasing, Cashflow, Eigenkapital und Verbindlichkeiten. Solche Fehler können das Bild über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erheblich verzerren.
Für Investoren bedeutet das:
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Der veröffentlichte Konzernabschluss 2022 ist nicht verlässlich.
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Die Pittler Maschinenfabrik AG steht unter Druck, die Fehler zu korrigieren und ihre Finanzkommunikation transparenter zu gestalten.