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Selbstständige oft ohne Sicherheit: Sorge um Altersvorsorge wächst

un-perfekt (CC0), Pixabay

Ein großer Teil der Selbstständigen und Kleinstunternehmer in Deutschland blickt mit Sorge auf die finanzielle Absicherung im Alter. Das geht aus einer aktuellen Befragung des Münchner Ifo-Instituts hervor. Demnach halten lediglich 46 Prozent der Soloselbstständigen ihre Altersvorsorge für ausreichend. Fast ein Drittel (32 Prozent) gab an, die eigene Vorsorge sei nicht ausreichend. Weitere 22 Prozent konnten keine klare Einschätzung abgeben – ein Hinweis darauf, dass viele gar nicht genau wissen, wie es um ihre finanzielle Zukunft bestellt ist.

„Die Antworten unterstreichen die Bedeutung einer gezielten Altersvorsorgestrategie bei Selbstständigen“, sagte Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. Besonders problematisch sei, dass im Gegensatz zu Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Selbstständige nicht automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Wer nicht privat vorsorgt, riskiere daher größere Versorgungslücken.

Die Studie zeigt außerdem, dass vor allem jüngere Selbstständige und Personen in kreativen oder wissensintensiven Branchen besonders unsicher in Bezug auf ihre Altersvorsorge sind. Viele verlassen sich bislang auf schwankende Einkünfte oder kurzfristige Rücklagen, statt langfristig Kapital aufzubauen.

Politisch wird seit Jahren diskutiert, wie die Altersvorsorge für Selbstständige stabilisiert werden kann. Ein Vorschlag ist eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige, kombiniert mit flexiblen Wahlmöglichkeiten zwischen gesetzlicher, privater und betrieblicher Vorsorge. Doch bisher gibt es keine einheitliche Regelung.

Das Ifo-Institut warnt, dass die wachsende Zahl von Soloselbstständigen ohne ausreichende Vorsorge langfristig zu einem sozialpolitischen Problem werden könnte. Vor allem die steigende Lebenserwartung und die Unsicherheit auf den Finanzmärkten verstärken den Handlungsdruck.

Für die Betroffenen gilt nach Einschätzung der Forscher: Je früher mit einer individuellen Vorsorgestrategie begonnen wird, desto besser lassen sich Versorgungslücken vermeiden.

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