Ein Vorfall in der Nähe von Lüneburg sorgt bei Naturschützern und Anwohnern für Empörung: Eine Frau soll mithilfe einer Drohne gezielt ein Storchennest angesteuert und die dort brütenden Tiere über Tage hinweg massiv gestört haben. Der mutmaßliche Tatort liegt nördlich der Gemeinde Vögelsen – inzwischen ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll die Frau das Nest bereits zwischen Ende Mai und Anfang Juni mehrfach mit einer Drohne angeflogen haben. Laut Zeugenaussagen sei das Gerät sogar direkt in das Nest gesteuert worden – mit gravierenden Folgen: Die Störche verließen ihr Nest und gaben damit womöglich Brut und Nachwuchs auf.
Anwohner hatten das Verhalten der Frau früh bemerkt und sie eigenen Angaben zufolge wiederholt aufgefordert, das Stören der Tiere zu unterlassen. Doch offenbar ohne Erfolg. Die Drohne blieb zeitweise sogar im Nest zurück – ein deutliches Zeichen für die Rücksichtslosigkeit des Vorgehens.
Störche stehen in Deutschland unter strengem Schutz. Ihre Nester dürfen weder entfernt noch gestört werden, schon gar nicht während der Brutzeit. Die mutmaßliche Störung gilt daher als ernstzunehmender Eingriff in ein geschütztes Tierleben.
Die Polizei prüft nun, ob sich die Frau tatsächlich strafbar gemacht hat. Bei einem Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz drohen empfindliche Geldstrafen – in besonders schweren Fällen sogar Freiheitsstrafen. Für die betroffenen Störche jedoch kommt jede Strafe zu spät, sollte sich der Verdacht bestätigen.
Der Fall wirft erneut Fragen zum verantwortungsvollen Umgang mit Drohnentechnologie auf – und zur Notwendigkeit, Natur- und Tierschutz auch in Zeiten moderner Freizeitgeräte konsequent durchzusetzen.