Der erfahrene Mediziner Dr. Markus Hoffmann, Chefarzt einer großen Klinik in Nordrhein-Westfalen, hat deutliche Kritik am Zustand der Notfallversorgung in Deutschland geübt. In einem Fachinterview bezeichnete er die aktuellen Strukturen als „veraltet, überlastet und nicht mehr zeitgemäß“.
Strukturelle Probleme und Überlastung
Hoffmann schilderte, dass viele Notaufnahmen in deutschen Krankenhäusern ständig am Limit arbeiten. Gründe dafür seien unter anderem:
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fehlende zentrale Steuerung bei der Verteilung von Notfällen,
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Überlastung durch Patienten mit Bagatellerkrankungen,
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Personalmangel bei Pflegekräften und Ärzten,
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sowie veraltete technische Infrastruktur.
„Wir arbeiten teilweise mit Systemen aus den 90er-Jahren, während die Zahl und Komplexität der Notfälle stetig steigt“, so Hoffmann.
Forderung nach Reformen
Der Chefarzt plädiert für eine grundlegende Reform der Notfallversorgung. Dazu gehören seiner Ansicht nach:
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zentrale Leitstellen, die Patienten gezielter an geeignete Einrichtungen weiterleiten,
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bessere Verzahnung von Rettungsdiensten, Hausärzten und Kliniken,
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digitale Vernetzung aller Notfallstationen, um Informationen in Echtzeit zu teilen,
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und eine klare Trennung zwischen echten Notfällen und Fällen, die auch ambulant versorgt werden könnten.
Folgen für Patienten
Laut Hoffmann führe die aktuelle Situation dazu, dass echte Notfälle nicht schnell genug behandelt werden können, weil Ressourcen gebunden sind. Dies erhöhe das Risiko für Komplikationen oder sogar Todesfälle.
Politische Relevanz
Das Thema Notfallversorgung steht seit Jahren auf der Agenda der Gesundheitspolitik, konkrete Reformen kommen jedoch nur langsam voran. Hoffmann appelliert an Bund und Länder, jetzt zu handeln: „Wir brauchen eine moderne Notfallversorgung, die Leben rettet – und zwar unabhängig vom Wohnort.“