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Fake Weddings in Indien – Feiern ohne Braut und Bräutigam

anoop1992 (CC0), Pixabay

In Indien sorgt derzeit ein ungewöhnlicher Partytrend für Gesprächsstoff: die sogenannten Fake Weddings. Dabei handelt es sich um aufwendig inszenierte Veranstaltungen, die einer traditionellen indischen Hochzeit täuschend echt nachempfunden sind – nur ohne echtes Brautpaar und ohne Eheschließung.

Ein Fest wie im Bollywood-Film

Die Gäste erwartet alles, was eine große indische Hochzeit ausmacht: festlich dekorierte Säle, eine Haldi-Zeremonie mit gelber Kurkuma-Paste, kunstvolle Mehndi-Malereien, eine ausgelassene Baraat-Prozession, ein choreografiertes Sangeet mit Tanzdarbietungen, Live-Musik, DJs und ein opulentes Buffet. Auch die Kleidung folgt dem Vorbild echter Hochzeiten – prächtige Saris, bestickte Sherwanis und funkelnder Schmuck gehören zum Pflichtprogramm.

Einziger Unterschied: Das „Brautpaar“ existiert nicht wirklich, oder es wird von Schauspielern dargestellt. Die Gäste kaufen Eintrittskarten, die je nach Stadt und Ausstattung der Feier zwischen umgerechnet 12 und 115 Euro kosten.

Warum der Trend so beliebt ist

Fake Weddings sprechen vor allem die Generation Z und junge Berufstätige an. Viele möchten den Glanz und die Ausgelassenheit einer Hochzeit erleben, ohne den gesellschaftlichen Druck, der mit echten Feiern oft einhergeht – keine Mitgiftfragen, keine Verwandtschaftsdramen, keine Verpflichtung zu Geschenken. Stattdessen geht es um das gemeinsame Erlebnis, das Feiern, Tanzen und Fotografieren für Social Media.

Auch für Veranstalter ist das Konzept lukrativ: In der Nebensaison, wenn weniger echte Hochzeiten stattfinden, können sie Personal, Locations und Dekorationen weiter nutzen. Indiens Hochzeitsbranche hat ein geschätztes Marktvolumen von rund 130 Milliarden US-Dollar, und Fake Weddings eröffnen ein neues, wachsendes Segment.

Von Delhi bis Dubai

Der Trend hat in Metropolen wie Delhi, Mumbai, Bengaluru und Pune begonnen und sich schnell verbreitet. Inzwischen gibt es Fake Weddings auch im Ausland, etwa in Dubai, und erste Veranstalter planen Events in europäischen Städten wie Frankfurt.

Mehr als nur eine Party

Kritiker sehen in dem Phänomen eine Kommerzialisierung traditioneller Hochzeitsrituale, während Befürworter es als kreative und unverbindliche Form des Feierns loben. Für viele junge Menschen ist es eine Möglichkeit, die Pracht einer Hochzeit zu genießen, ohne die persönlichen und finanziellen Belastungen, die eine echte Eheschließung oft mit sich bringt.

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