Die Finanzämter in Deutschland kontrollieren deutlich seltener die Steuerunterlagen von Unternehmen. Das geht aus einer bundesweiten Abfrage der Süddeutschen Zeitung bei den Finanzministerien aller Bundesländer hervor.
Demnach wurden im vergangenen Jahr nur noch rund 140.000 steuerliche Betriebsprüfungen durchgeführt. Das entspricht einem Rückgang von etwa 60 Prozent im Vergleich zu vor zehn Jahren.
Weniger Prüfungen – weniger Nachzahlungen
Mit der sinkenden Zahl an Prüfungen gingen auch die eingetriebenen Steuernachzahlungen zurück. Diese werden in der Regel dann fällig, wenn die Prüfer Unstimmigkeiten feststellen oder bislang nicht versteuerte Einnahmen aufdecken.
Gründe: Personalmangel und komplexere Fälle
Die befragten Länder nennen vor allem zwei Ursachen für die Entwicklung:
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Personalmangel – In vielen Finanzämtern fehlen qualifizierte Prüferinnen und Prüfer.
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Zunehmende Komplexität – Steuerprüfungen seien heute oft komplizierter und zeitaufwändiger, etwa wegen internationaler Verflechtungen von Unternehmen, digitaler Geschäftsmodelle oder komplizierter Steuergestaltungen.
Experten warnen vor Folgen
Fachleute sehen die Entwicklung kritisch: Weniger Prüfungen könnten bedeuten, dass Steuerhinterziehungen oder falsche Angaben seltener entdeckt werden. Das könne nicht nur zu Steuerausfällen führen, sondern auch das Vertrauen in die Steuergerechtigkeit untergraben.