Deutschland prüft weniger – und das könnte teuer werden. Eine Umfrage der Süddeutschen Zeitung in allen 16 Bundesländern zeigt: Die Zahl der Betriebsprüfungen in Unternehmen ist in den vergangenen zehn Jahren dramatisch eingebrochen. Fast 60 Prozent weniger Kontrollen werden heute durchgeführt – zuletzt waren es nur noch rund 140.000 Prüfungen im Jahr.
Die Finanzbehörden arbeiten dabei mit deutlich kleinerem Personalbestand. 2024 zählten sie lediglich 12.359 Betriebsprüfer – ein Rückgang um fast zehn Prozent im Vergleich zu 2015. Jede dieser Fachkräfte gilt als Gold wert: Nach einer gängigen Faustformel spült ein Betriebsprüfer der öffentlichen Hand im Schnitt eine Million Euro zusätzlich pro Jahr in die Staatskassen.
Die Zahlen legen nahe, dass der Rückgang an Prüfungen nicht nur Lücken in der Steuerkontrolle reißt, sondern dem Staatshaushalt Milliardensummen entgehen lässt. Experten warnen: Weniger Kontrollen könnten das Risiko steigern, dass Steuerschlupflöcher unentdeckt bleiben – und das Vertrauen in die Steuergerechtigkeit weiter erodiert.