Die Deutschen lieben das Reisen – und offenbar lieben sie den günstigen Preis noch ein bisschen mehr als den Planeten. Laut einer neuen Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen finden nur 16 Prozent, dass Nachhaltigkeit beim Reisen wichtiger ist als der Preis. Der Rest sagt sinngemäß: „Klimaschutz ist schön – aber bitte mit All-Inclusive.“
Urlaub mit gutem Gewissen? Lieber mit Frühbucherrabatt.
Denn wenn der Flieger nach Malle 79 Euro kostet und der Nachtzug nach Rimini 8 Stunden länger braucht und doppelt so teuer ist, fällt die Entscheidung leicht: Preis schlägt Prinzip. Die Umwelt darf sich dann in der Nebensaison erholen.
Rentner planen digital – aber nachhaltig? Meh.
Überraschung aus der Umfrage: Zwei Drittel der über 65-Jährigen planen ihre Reisen selbst – ganz ohne Reisebüro. Statt Katalog blättern heißt es also: Tabs offen, Bahn-App abgestürzt, Flugvergleichsportal in Dauerschleife. Was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat? Nichts. Aber hey, beeindruckend ist es trotzdem.
Grünes Gewissen? Kommt vielleicht mit dem Rückfluggepäck
Ob bei Pauschalurlaub oder Kreuzfahrt-Schnäppchen – das ökologische Gewissen bleibt beim Check-in oft am Gate stehen. Nur konsequent, denn im Urlaub soll man ja abschalten. Auch die moralischen Maßstäbe.
Fazit:
Die Deutschen wollen Sonne, Strand und Sparpreis. Klimaschutz ist nett, aber kein Buchungskriterium. Nachhaltiges Reisen? Vielleicht nächstes Jahr. Oder wenn CO₂-Kompensation endlich als Treuepunkt bei der Koffergröße angerechnet wird.