Nur wenige Tage nach den verheerenden Kabelbränden an wichtigen Bahnstrecken in Nordrhein-Westfalen meldet die Deutsche Bahn einen weiteren mutmaßlichen Anschlag – diesmal in Sachsen-Anhalt. Am Freitagabend wurde an einer Güterzugstrecke bei Hohenmölsen ein Brand an einer Kabeltrasse entdeckt, wie das Unternehmen am Samstagmorgen mitteilte.
„Ersten Ermittlungen zufolge liegt auch diesem Kabelbrand eine vorsätzliche Brandstiftung zugrunde“, erklärte ein Bahnsprecher. Die zuständigen Behörden haben die Untersuchungen vor Ort aufgenommen. Welche Auswirkungen der Brand auf den Güterverkehr hatte, blieb zunächst unklar. Die betroffene Strecke wird vorrangig für den Warentransport genutzt, spielt jedoch auch eine wichtige Rolle für das reibungslose Funktionieren logistischer Ketten in Mitteldeutschland.
Die Nachricht kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: In Nordrhein-Westfalen hatte ein gezielter Anschlag auf Bahn-Infrastruktur bei Düsseldorf zuletzt den Berufsverkehr massiv beeinträchtigt, zehntausende Pendler betroffen, Fernzüge standen still. Innenminister Herbert Reul sprach von einem „Sabotageakt“, hinter dem möglicherweise linksextremistische Kreise stecken könnten. Ob der neue Vorfall in Sachsen-Anhalt damit in Verbindung steht, ist derzeit unklar. „Wir prüfen auch mögliche Zusammenhänge“, so die Bundespolizei.
Sicher ist: Die Deutsche Bahn sieht sich erneut mit der Verletzlichkeit ihrer Infrastruktur konfrontiert. Brandanschläge auf Kabelschächte gelten als besonders perfide: Sie sind schwer zu erkennen, verursachen schnell hohe Schäden – und legen binnen Minuten ganze Netze lahm.
Die Bahn kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen entlang sensibler Streckenabschnitte weiter zu verstärken. Auch auf politischer Ebene mehren sich Forderungen nach einer besseren Überwachung kritischer Infrastruktur in Zeiten zunehmender digitaler und physischer Bedrohungen.