Die Corporation for Public Broadcasting (CPB) hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie in den kommenden Monaten ihre Arbeit schrittweise einstellen wird. Anlass ist der Entzug von mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar an Bundesmitteln durch den US-Kongress – eine Maßnahme, die auf die Haushaltsvorgaben der Regierung von Präsident Donald Trump zurückgeht.
Über 1.500 Sender betroffen
Die CPB war seit 1967 die zentrale Verteilerstelle für Bundesmittel an lokale öffentlich-rechtliche Rundfunk- und Fernsehsender, darunter NPR (National Public Radio) und PBS (Public Broadcasting Service). Laut eigenen Angaben flossen bislang über 70 % der Mittel direkt an lokale Stationen, die insbesondere in ländlichen Regionen eine zentrale Rolle bei Bildung, Kultur und Notfallkommunikation spielen.
Senatorin Patty Murray (Demokraten, Washington) kritisierte die Entscheidung scharf: „Es ist beschämend. Nun werden Gemeinden im ganzen Land die Folgen spüren.“ Die Haushaltsausschüsse des Senats hatten in ihrer Vorlage für das Haushaltsjahr 2026 keine Mittel mehr für die CPB eingeplant.
Trumps Vorwürfe gegen öffentlich-rechtliche Medien
Bereits im Mai hatte Präsident Trump die Streichung der Finanzierung gefordert. Er warf NPR und PBS vor, „keine faire, präzise oder ausgewogene Berichterstattung über aktuelle Ereignisse zu liefern“.
Abwicklung bis Januar 2026
Mitarbeitende der CPB wurden am 1. August darüber informiert, dass ein Großteil der Stellen zum 30. September – dem Ende des laufenden Haushaltsjahres – abgebaut wird. Ein kleiner Teil des Personals werde noch bis Januar 2026 verbleiben, um einen „geordneten Rückzug“ zu ermöglichen.
CPB-Präsidentin Patricia Harrison äußerte sich tief betroffen: „Öffentlich-rechtliche Medien gehörten lange zu den vertrauenswürdigsten Institutionen im amerikanischen Leben. Sie boten Bildung, Notfallinformationen, Diskussionsräume und kulturelle Teilhabe – in jedem Winkel dieses Landes.“
Hintergrund: Was ist die CPB?
Die Corporation for Public Broadcasting wurde 1967 per Gesetz gegründet und sollte die Unabhängigkeit und Vielfalt im öffentlichen Rundfunk fördern. Sie selbst produziert keine Inhalte, sondern finanziert mit Bundesmitteln Sender wie NPR und PBS, die wiederum Programme auf lokaler Ebene anbieten.
Die jetzt eingeleitete Abwicklung stellt das Ende eines über 50 Jahre währenden öffentlich-rechtlichen Rundfunkmodells in den USA dar.