Die Einführung einer neuen Sorte sorgt bei Ritter Sport für Diskussionen. Verbraucherschützer werfen dem Schokoladenhersteller vor, bei der Vermarktung irreführend zu handeln. Hintergrund ist die Sorte „Plant Based Classic“, die als vegane Alternative beworben wird.
Vorwurf: Irreführende Kennzeichnung
Nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) sei die Verpackung der neuen Sorte für viele Kunden missverständlich. Zwar werde die Schokolade als „pflanzlich“ und „nachhaltig“ beworben, in der Zutatenliste fänden sich jedoch hochverarbeitete Ersatzstoffe sowie Aromen, die aus Sicht der Verbraucherschützer „nichts mit Natürlichkeit zu tun haben“.
„Viele Verbraucher verbinden pflanzenbasiert automatisch mit gesund und nachhaltig – das ist hier nur teilweise der Fall“, so eine Sprecherin der Organisation.
Kritik an Zucker- und Fettgehalt
Auch der Nährwert der neuen Schokolade wird kritisiert: Trotz des veganen Anspruchs enthalte die Sorte vergleichbare Mengen an Zucker und Fett wie klassische Vollmilchschokolade. Gesundheitsbewusste Konsumenten würden dadurch in die Irre geführt.
Reaktion von Ritter Sport
Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück und betont, dass die Kennzeichnung den gesetzlichen Vorgaben entspreche. Zudem sei die Nachfrage nach pflanzenbasierten Alternativen stark gestiegen, weshalb man mit der neuen Sorte auf einen aktuellen Trend reagiere.
„Unser Ziel ist es, auch Menschen, die auf Milchprodukte verzichten, den gewohnten Ritter-Sport-Geschmack zu bieten“, so eine Unternehmenssprecherin.
Hintergrund: Boom bei veganen Produkten
Der Markt für vegane Süßwaren wächst seit Jahren zweistellig. Viele Hersteller setzen auf den Trend, stoßen aber regelmäßig auf Kritik, wenn beworbene Gesundheits- oder Nachhaltigkeitsversprechen nicht mit den Erwartungen der Konsumenten übereinstimmen.