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Landwirtschaft sucht Nachfolger: Höfe kämpfen um die Zukunft

Stefan-1983 (CC0), Pixabay

Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist für viele Familien mehr als ein Arbeitsplatz – er ist ein Lebenswerk über Generationen. Doch wenn es um die Hofübergabe geht, stehen immer mehr Betriebe vor einem Problem: Wer übernimmt?

Während in anderen Branchen die Unternehmensnachfolge oft geregelt ist, hat die Landwirtschaft seit Jahren mit massivem Nachwuchsmangel zu kämpfen. Viele Kinder von Landwirten möchten eigene Wege gehen, unabhängig vom elterlichen Betrieb. Hinzu kommt: Vorstellungen über die Zukunft des Hofes gehen in Familien oft auseinander.

Nachfolger dringend gesucht – eine Herausforderung für die Landwirtschaft

Laut Branchenexperten suchen tausende landwirtschaftliche Betriebe jedes Jahr einen Nachfolger. Doch nicht immer findet sich jemand in der Familie, der bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen. Wenn sich niemand findet, bleibt oft nur der Verkauf – häufig an große Agrarbetriebe oder Investoren. Damit droht ein Stück ländliche Kultur verloren zu gehen.

Die Gründe für den Nachwuchsmangel sind vielfältig:

  • hoher wirtschaftlicher Druck durch schwankende Erzeugerpreise

  • lange Arbeitszeiten und geringe Freizeit

  • steigende Bürokratie und neue gesetzliche Anforderungen

  • unsichere Zukunftsperspektiven, etwa durch Klimawandel und Marktveränderungen

Innovative Konzepte sollen Betriebe attraktiver machen

Einige Höfe suchen nach kreativen Wegen, um die nächste Generation zu begeistern. Dazu zählen ökologische Landwirtschaft, Direktvermarktung, Urlaub auf dem Bauernhof oder die Umstellung auf neue Kulturen.

Ein Beispiel ist der Obsthof Schwitzky nahe Halle: Hier setzt die junge Generation auf Vielfalt und wagt den Anbau von Mandeln, um sich vom Markt abzuheben. Elisabeth Schwitzky, die Tochter des bisherigen Inhabers, hat sich bewusst für die Rückkehr auf den Hof entschieden:

„Immer wenn ich irgendwo anders war, wollte ich wieder hierhin zurück. Als ich die Bäume in Reihen gesehen habe, wusste ich: Das ist mein Zuhause. Ich hätte es bereut, wenn ich es nicht versucht hätte.“

Für ihren Vater Uwe ist das eine große Erleichterung:

„Ich bin seit 50 Jahren im Obstbau. Wenn man den Hof nach so langer Zeit in der Familie weitergeben kann, ist das das Beste. Sonst hätten wir verkaufen müssen. So kann ich noch ein bisschen mithelfen.“

Bauern fordern mehr Unterstützung

Landwirte sehen die Politik in der Pflicht. Gefordert werden bessere Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und mehr Förderung für Investitionen. Nur so könne die Landwirtschaft für junge Menschen wieder attraktiver werden.

Fazit

Die Hofnachfolge bleibt eine der größten Herausforderungen für die Branche. Mit neuen Ideen und passender Unterstützung kann der Generationswechsel gelingen – andernfalls droht der Verlust vieler kleiner Betriebe.

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