Ein beunruhigender Vorfall hat im Saalekreis für große Aufregung gesorgt: Auf dem Außengelände einer Kindertagesstätte im Bad Lauchstädter Ortsteil Milzau wurde eine tote Fledermaus entdeckt, die mit dem gefährlichen Tollwut-Virus infiziert war. Der Fund löste sofort umfassende Vorsichtsmaßnahmen aus, um eine mögliche Ansteckung zu verhindern.
Die Fledermaus war bereits am Mittwoch am Zaun der Kita bemerkt worden, zunächst noch lebend, jedoch regungslos. Da das Tier auch nach zwei Tagen nicht fortgeflogen war, verständigte die Kita-Leitung einen Experten. Dieser stellte fest, dass das Tier inzwischen verendet war, und leitete eine Untersuchung ein. Das Ergebnis des Labors bestätigte die schlimmste Befürchtung: Die Fledermaus war mit Tollwut infiziert.
Schnelle Reaktion der Behörden
Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Kinder das Tier angefasst hatten, reagierte der Landkreis sofort. 45 Kinder, die möglicherweise in Kontakt mit der Fledermaus gekommen sein könnten, wurden vorsorglich gegen Tollwut geimpft. Auch das Personal wurde überprüft. Tollwut ist in Deutschland zwar extrem selten, gilt jedoch als lebensbedrohlich, wenn die Krankheit ausbricht. Ohne rechtzeitige Impfung endet eine Infektion fast immer tödlich.
Jugendamt und Veterinäramt prüfen den Fall
Das Jugendamt hat eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet, um mögliche Versäumnisse auszuschließen. Parallel plant der Landkreis, die Fledermauspopulation in der Region genauer zu untersuchen. Die letzten Erhebungen stammen aus den 1990er-Jahren. Es soll geklärt werden, ob weitere Tiere infiziert sind oder ob es sich um einen Einzelfall handelt.
Warum der Fund so ernst genommen wird
Tollwut wird durch den Speichel infizierter Tiere übertragen – meist über Bisse, aber auch über Kratzer oder offenen Hautkontakt. Selbst kleinste Verletzungen können ausreichen. Bei Fledermäusen ist das Risiko besonders tückisch, weil ihre Zähne sehr klein sind und Bissspuren kaum auffallen.
Experten raten:
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Tote oder verletzte Wildtiere niemals anfassen.
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Verdächtige Funde sofort der Polizei, dem Veterinäramt oder der Wildtierhilfe melden.
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Bei möglichem Kontakt sofort medizinische Hilfe suchen.
Für besorgte Eltern wurde eine Informationshotline eingerichtet, um Fragen zu beantworten. Behörden betonen, dass Fledermäuse in der Regel scheue Tiere sind und direkten Kontakt mit Menschen meiden. Dennoch gilt besondere Vorsicht, da Tollwut auch in Deutschland – trotz erfolgreicher Bekämpfung – nicht vollständig ausgerottet ist.