In einem wütenden Interview hat Hunter Biden, Sohn des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden, scharf auf George Clooneys öffentliche Kritik an der geistigen Fitness seines Vaters reagiert. Clooney hatte sich im Sommer 2024 als prominente demokratische Stimme für einen Rückzug Bidens aus dem Wahlkampf ausgesprochen – was schließlich zum Rückzug des Präsidenten führte.
In einem Interview mit dem YouTube-Format Channel 5 with Andrew Callaghan fluchte Hunter Biden mehrfach und beschuldigte Clooney, „einem amtierenden Präsidenten die Beine weggezogen“ zu haben. Die Aussagen fielen in Hunters erstem längeren Interview seit der Wahlniederlage seiner Partei gegen Donald Trump.
Clooneys Kritik, Bidens Rückzug
In einem viel beachteten Gastbeitrag in der New York Times hatte Clooney im Juli 2024 erklärt: „Ich liebe Joe Biden. Aber wir brauchen einen neuen Kandidaten.“ Er bezog sich auf den desaströsen TV-Debattenauftritt Bidens gegen Trump, bei dem dieser sichtlich angeschlagen wirkte.
Hunter Biden hingegen schob die schwache Performance seines Vaters auf Schlafmittel und Jetlag: „Sie gaben ihm Ambien, damit er schlafen konnte. Dann stand er auf der Bühne wie ein Reh im Scheinwerferlicht.“
Persönliche Motive? Israel als Zündstoff
Hunter vermutet, Clooneys Eingreifen habe weniger mit Sorge um das Land als mit politischen Differenzen zu tun: Joe Biden hatte sich gegen einen Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Israels Premier Netanyahu gestellt – Clooneys Ehefrau Amal Clooney hingegen hatte diesen Schritt juristisch mit vorbereitet.
Hunter wütete: „Was hast du überhaupt mit irgendwas zu tun? Warum muss ich auf dich hören?“
Kontroverse über Hunters Rolle im Weißen Haus
Zugleich wies Hunter Berichte zurück, er sei in den letzten Amtsmonaten seines Vaters tief in Regierungsangelegenheiten involviert gewesen – trotz laufender Verfahren gegen ihn. „Ich war in den letzten zwei Jahren vielleicht 12 Tage im Weißen Haus“, sagte er.
Hunter Biden war unter anderem wegen Waffenbesitzes und Steuervergehen verurteilt worden, wurde aber vor Ende der Amtszeit von Joe Biden begnadigt.
Joe Bidens Bilanz und Abschied
Nach Clooneys Intervention trat Joe Biden zurück, Kamala Harris übernahm die Kandidatur – unterlag jedoch Donald Trump bei der Wahl. Biden selbst sagte später in einem Interview mit der BBC, er bereue seinen Rückzug nicht: „Ich glaube nicht, dass es einen Unterschied gemacht hätte, wenn ich früher ausgestiegen wäre.“
Im Mai 2025 hatte der Ex-Präsident eine Prostatakrebsdiagnose öffentlich gemacht – was neue Diskussionen um seine Gesundheit auslöste.
George Clooney hat sich bislang nicht zu Hunter Bidens Aussagen geäußert. Die BBC versucht derzeit, eine Stellungnahme des Schauspielers zu erhalten.