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Trump droht Rupert Murdoch mit Klage – Wall Street Journal veröffentlicht Epstein-Brief mit Trump-Signatur

sabrinabelle (CC0), Pixabay

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, den Medienmogul Rupert Murdoch und das Wall Street Journal (WSJ) zu verklagen. Auslöser ist ein brisanter Artikel, in dem das Blatt über einen mutmaßlichen Geburtstagsbrief von Trump an den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein berichtet – versehen mit einer Zeichnung einer nackten Frau und Trumps angeblicher Unterschrift.

„Ich habe Rupert Murdoch gesagt, dass es sich um einen Fake handelt. Aber er hat die Story trotzdem gebracht – jetzt werde ich ihm und seiner drittklassigen Zeitung den Hintern wegsuhen“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Am Freitag legte er nach: „Ich freue mich schon darauf, Rupert Murdoch in meinem Prozess gegen ihn und seinen Müllhaufen von einer Zeitung, das WSJ, als Zeugen zu sehen.“

Medienkrieg zwischen Trump und Murdoch eskaliert erneut

Die angedrohte Klage ist das jüngste Kapitel in der wechselhaften Beziehung zwischen Trump und dem 93-jährigen Murdoch, der neben dem WSJ auch Fox News und andere konservative Medien kontrolliert. Beobachter sprechen von einer Mischung aus gegenseitigem Nutzen und periodischer Eskalation. Ein Medienmanager, der mit Murdoch gearbeitet hat, meinte: „Rupert stichelt gerne – manchmal auch gegen Trump.“

Trumps Team behauptet, sowohl Murdoch als auch WSJ-Chefredakteurin Emma Tucker seien vorab gewarnt worden, dass das Schreiben eine Fälschung sei. Der Präsident habe persönlich mit Murdoch telefoniert, um die Veröffentlichung zu verhindern – offenbar ohne Erfolg. Das WSJ wollte die Vorwürfe gegenüber CNN nicht kommentieren.

Die Geschichte trotz Drohungen veröffentlicht

Trotz des politischen Drucks veröffentlichte das WSJ den Artikel am Donnerstagabend – und er avancierte sofort zur meistgelesenen Geschichte des Tages. Die Redaktion zeigte sich laut interner Quellen stolz auf die Entscheidung, den Bericht zu bringen – ein mutiger Schritt, wie es heißt.

Die explosive Geschichte fällt in eine Phase wachsender Unruhe innerhalb der republikanischen Basis. Trumps Weigerung, weitere Epstein-Dokumente freizugeben, hatte unter konservativen Meinungsmachern für Aufruhr gesorgt. Mit der Drohung, nun Murdoch zu verklagen, versucht Trump offenbar, die Deutungshoheit zurückzugewinnen.

Alte Wunden – neue Fronten

Trump und Murdoch verbindet eine jahrzehntelange, wechselhafte Geschichte. Murdochs Medien spielten eine zentrale Rolle bei Trumps Aufstieg. Doch nach dem Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021 kühlte die Beziehung merklich ab. „Wir wollen Trump zur Unperson machen“, soll Murdoch laut interner Mails damals gesagt haben. Mit dem politischen Comeback Trumps wuchs aber auch die Nähe wieder – aus geschäftlichem Kalkül, sagen Kritiker.

Ob Trump seine Klagedrohung diesmal wahr macht, ist offen. In der Vergangenheit scheiterte er oft oder erzielte lediglich außergerichtliche Einigungen. Doch der medienwirksame Schlagabtausch zwischen dem Präsidenten und einem der einflussreichsten Medienunternehmer der Welt zeigt: Die Schlacht um die mediale Deutungshoheit ist in vollem Gange – und dürfte weiter eskalieren.

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