Ein tragischer Fall aus dem US-Bundesstaat Texas sorgt für Bestürzung: In einer Walmart-Filiale in Kingsville wurde ein Neugeborenes tot in einem Mülleimer in der Damentoilette entdeckt. Nun wurde der Großvater des Kindes unter schwerwiegenden Vorwürfen festgenommen.
Schockierender Fund in der Nacht
Wie die Polizei von Kingsville mitteilte, ging am späten Montagabend, dem 14. Juli, um 22:22 Uhr ein Notruf ein. Ein Mitarbeiter hatte in der Toilette der Filiale am East General Cavazos Boulevard ein Baby in einem Müllsack entdeckt und sofort Hilfe gerufen. Kingsville liegt rund 65 Kilometer südwestlich von Corpus Christi.
Beim Eintreffen fanden Einsatzkräfte Walmart-Mitarbeitende vor, die versuchten, das Baby wiederzubeleben. Der Säugling wurde umgehend ins Christus Spohn Hospital–Kleberg gebracht, wo er jedoch für tot erklärt wurde.
Überwachungsvideo liefert Hinweise
Laut Ermittlerin Celina Tatum wurde das Baby in einem Müllsack in einem der Abfalleimer entdeckt, als die Reinigungskraft den Müll zur Entsorgung bringen wollte. Die Polizei sichtete daraufhin Videoaufnahmen des Ladens, auf denen eine junge Frau zu sehen war, die rund 40 Minuten in der Toilette verbrachte. Etwa 30 Minuten nach ihrem Verlassen wurde das Baby entdeckt.
Die Frau – laut Polizei eine 17-Jährige – kehrte später an den Tatort zurück und wurde zu einer medizinischen Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Ob sie strafrechtlich belangt wird, ist bislang unklar. Ihr Name wurde nicht veröffentlicht, da sie minderjährig ist.
Großvater des Babys festgenommen
Noch am 15. Juli wurde Jerry Lee Martinez (45), der als Großvater des Kindes identifiziert wurde, verhaftet. Er wird beschuldigt, ein Kind durch grobe Fahrlässigkeit ausgesetzt oder gefährdet zu haben. Zusätzlich wird ihm Beweismittelmanipulation mit dem Ziel der Vertuschung sowie die Beeinflussung eines Zeugen vorgeworfen.
Martinez stammt aus Mathis, einer Stadt rund 70 Kilometer nördlich von Kingsville. Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft im Kleberg County Jail – eine Kaution in Höhe von 300.000 US-Dollar wurde festgesetzt. Ein Gerichtstermin stand zum 17. Juli noch aus.
Todesursache des Babys noch unklar
Noch ist nicht bekannt, ob das Baby bereits tot geboren wurde oder ob es lebend zur Welt kam und danach starb. Die Obduktionsergebnisse stehen aus.
Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Hinweise unter der Telefonnummer 361-592-4336.
Der Fall löst in der Region tiefe Bestürzung aus – nicht nur wegen des Todes eines Neugeborenen, sondern auch wegen der Frage, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte und ob sie vermeidbar gewesen wäre.