Wer aktuell in Deutschland baut oder Bauleistungen in Auftrag gibt, muss erneut tiefer in die Tasche greifen: Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Preise für Bauleistungen im Mai im Durchschnitt 3,2 Prozent über dem Vorjahresniveau – deutlich mehr als die allgemeine Teuerungsrate von 2,2 Prozent im selben Zeitraum.
Besonders kräftiger Preisschub im Straßenbau
Ein besonderer Preistreiber ist der Straßenbau, dessen Kosten sich um 4,4 Prozent gegenüber Mai 2024 verteuert haben. Damit trifft es vor allem Kommunen und Länder, die ohnehin mit klammen Haushalten kämpfen – etwa beim Ausbau oder der Sanierung von Infrastrukturprojekten.
Technische Anlagen werden zum Kostentreiber
Am stärksten stiegen jedoch die Preise für den Einbau elektrischer oder kommunikationstechnischer Anlagen, die mit einem satten Plus von 5,7 Prozent innerhalb eines Jahres zu Buche schlagen. Für Bauherren heißt das konkret: Wer heute smarte Gebäudetechnik, moderne Stromnetze oder Sicherheitssysteme verbauen lässt, muss deutlich mehr bezahlen als noch 2024 – und das bei ohnehin hohen Finanzierungskosten.
Auswirkungen für Bauherren und Wohnungsmarkt
Für private Bauherren, aber auch für gewerbliche Bauträger, bedeutet diese Entwicklung zunehmenden finanziellen Druck:
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Verzögerungen oder Stopp von Projekten werden wahrscheinlicher, weil Kalkulationen nicht mehr aufgehen.
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Wohnungsbauprojekte werden seltener umgesetzt, was die angespannte Lage auf dem Immobilienmarkt weiter verschärft.
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Mieten könnten langfristig steigen, wenn weniger neuer Wohnraum geschaffen wird und Investoren die höheren Baukosten weitergeben.
Fazit
Während die Inflationsrate insgesamt langsam zurückgeht, bleibt der Bausektor ein Sorgenkind – sowohl für Privatpersonen als auch für die öffentliche Hand. Die überdurchschnittlichen Preissteigerungen bei Bauleistungen werfen die Frage auf, ob und wie Bauen in Deutschland wieder bezahlbar werden kann. Ohne gezielte politische Maßnahmen – etwa bei Förderung, Genehmigungen und Materialkosten – droht eine weitere Abkühlung der Baukonjunktur mit allen bekannten Folgen: weniger Wohnraum, weniger Infrastruktur, weniger Investitionsdynamik.