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Fremdwährungskredite in Österreich auf historischem Tiefstand – Anteil sinkt von 32 auf 3,3 Prozent

makabera (CC0), Pixabay

Der Anteil von Fremdwährungskrediten an privaten Haushalte in Österreich ist in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten massiv zurückgegangen. Wie die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) heute mitteilte, sank das Volumen dieser Kredite im ersten Quartal 2025 währungsbereinigt um weitere 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf insgesamt 5,75 Milliarden Euro. Damit machen Fremdwährungskredite heute nur noch 3,3 Prozent aller Kredite an private Haushalte aus – ein dramatischer Rückgang gegenüber dem Höchststand im Jahr 2006, als der Anteil bei rund 32 Prozent lag.

Rückgang um 90 Prozent seit 2008

Der starke Rückgang ist eine direkte Folge der Maßnahmen der FMA nach der globalen Finanzkrise 2008. Als Reaktion auf die erheblichen Währungs- und Zinsrisiken hatte die Aufsichtsbehörde im Herbst 2008 einen Stopp für die Neuvergabe von Fremdwährungskrediten verhängt. Seitdem ist das wechselkursbereinigte Kreditvolumen um rund 43,5 Milliarden Euro bzw. 90 Prozent gesunken.

Gefährliche Abhängigkeit vom Schweizer Franken und Yen

Besonders betroffen waren damals Kredite in Schweizer Franken und japanischen Yen, die vor der Krise als günstig galten und in großem Umfang zur Immobilienfinanzierung genutzt wurden. Was zunächst als Vorteil erschien, wurde durch plötzliche Währungsschwankungen während der Krise zu einem erheblichen Risiko: Viele Kreditnehmer sahen sich mit deutlich höheren Rückzahlungsbeträgen konfrontiert – und die starke Abhängigkeit des österreichischen Bankensystems von diesen Konstruktionen wurde deutlich.

Systemrisiko erkannt – Regulierungsmaßnahmen greifen

Die FMA reagierte damals entschlossen und gehört heute zu den wenigen europäischen Behörden, die Fremdwährungskredite nahezu vollständig aus dem Markt gedrängt haben. Das wird von internationalen Organisationen wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) regelmäßig positiv hervorgehoben.

Laut FMA ist der heutige Bestand fast ausschließlich auf Altverträge aus der Vorkrisenzeit zurückzuführen, die nach wie vor schrittweise abgebaut werden. Die Mehrheit dieser Kredite ist noch immer nicht vollständig getilgt, weshalb die FMA den Abbauprozess weiterhin eng begleitet.

Fazit

Der Rückgang von Fremdwährungskrediten gilt als ein Paradebeispiel erfolgreicher Finanzmarktregulierung in Österreich. Was einst als scheinbar lukrative Finanzierungsalternative galt, entpuppte sich in der Krise als strukturelles Risiko für Kreditnehmer und Banken. Die heutige Entwicklung zeigt, dass konsequente Regulierungsmaßnahmen langfristig zur Stabilisierung des Finanzsystems beitragen können.

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