Naschkatzen müssen sich erneut auf eine bittere Pille einstellen: Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) hat die beliebten Mars Minis zur Mogelpackung des Monats gekürt. Der Grund: Während der Preis stabil bleibt, schrumpft der Inhalt – und das inzwischen nicht zum ersten Mal.
Statt wie bisher 275 Gramm stecken nun nur noch 227 Gramm in den bekannten Tüten. Oft fehlen damit gleich zwei Riegel, obwohl der Preis im Handel nach wie vor bei etwa 3,99 Euro liegt. Unterm Strich zahlen die Verbraucher damit rund 21 Prozent mehr für weniger Inhalt – ein versteckter Preisanstieg, der vielen Kunden beim schnellen Griff ins Supermarktregal gar nicht auffällt.
Doch Mars bleibt mit dieser Praxis kein Einzelfall: Auch die Mini-Varianten der Marken Bounty, Twix, Snickers und Milky Way wurden im Zuge der Anpassung verkleinert – bei gleichbleibendem Preis.
„Füllmengenkarussell“ bei Mars
Die Verbraucherschützer kritisieren besonders, dass Mars diese Art der schleichenden Preiserhöhung seit Jahren betreibt. Bei keinem anderen Produkt auf ihrer Mogelpackungsliste habe man derart häufige Änderungen der Füllmengen registriert. Immer wieder werde die Packungsgröße angepasst – mal nach oben, mal nach unten – doch am Ende steige der Grundpreis fast kontinuierlich.
Mars verteidigt sich mit gestiegenen Kosten
In einer Stellungnahme begründet der Hersteller die Maßnahme mit massiv gestiegenen Rohstoff- und Produktionskosten, unter anderem bei Kakao, Milchprodukten und Verpackungsmaterialien. Trotz eigener Bemühungen zur Kostenreduktion habe man die „schwierige Entscheidung“ getroffen, Gewicht und Packungsinhalt einzelner Produkte ab März 2025 zu verringern.
Preiserhöhung weit über der Inflation
Die Argumentation überzeugt die Verbraucherzentrale wenig. Ihren Berechnungen zufolge haben sich die Preise der Mars Minis seit 2009 um über 121 Prozent verteuert – bei einer allgemeinen Inflationsrate von lediglich rund 37 Prozent im gleichen Zeitraum. Der Preisanstieg durch die immer wieder verkleinerten Packungen falle damit deutlich stärker aus als die allgemeine Preisentwicklung.
Verbraucherzentrale ruft Verbraucher zur Wachsamkeit auf
Immer mehr Hersteller greifen auf sogenannte „Shrinkflation“ zurück – also versteckte Preiserhöhungen durch geringere Füllmengen bei gleichbleibenden Preisen. Die Verbraucherzentrale ruft deshalb dazu auf, beim Einkauf stets die Grundpreise pro 100 Gramm zu vergleichen, um sich besser vor Täuschungen zu schützen. Auf ihrer Webseite können Verbraucher auffällige Produkte melden; die dreistesten Fälle veröffentlicht die VZHH regelmäßig als Mogelpackung des Monats und des Jahres.