Nach dem desaströsen Erntejahr 2024 setzen die Obstbauern in Sachsen und Sachsen-Anhalt in dieser Saison große Hoffnungen auf eine deutlich bessere Ausbeute. Der Obstbauverband Sachsen & Sachsen-Anhalt zeigt sich vorsichtig optimistisch. Wie Geschäftsführerin Carmen Stefanie Kaps dem MDR mitteilte, seien die Bedingungen bislang vergleichsweise günstig verlaufen. „Frost- und Hagelschäden gab es in diesem Jahr nur in geringem Umfang“, erklärte sie. Auch die zuletzt feuchten Witterungsverhältnisse hätten sich positiv auf die Obstplantagen ausgewirkt. „Der Regen hat den Bäumen gutgetan und die Trockenheit der vorherigen Wochen abgemildert“, so Kaps.
Die Obstbauern hoffen nun, dass das Wetter in den kommenden Wochen stabil bleibt. Insbesondere heftige Unwetter mit Starkregen, Hagel oder Sturm könnten die gute Ausgangslage noch gefährden. Sollte es jedoch zu keinen extremen Wetterereignissen mehr kommen, rechnet der Verband mit einer Gesamternte von rund 80.000 Tonnen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
2024 war für viele Obstbaubetriebe ein wirtschaftlich schwieriges Jahr: Damals sorgten starke Spätfröste im Frühjahr für teils massive Schäden an Blüten und Jungfrüchten. Die Folge war eine historisch niedrige Erntemenge von lediglich 10.000 Tonnen – ein Bruchteil der üblichen Erträge. Einige Betriebe gerieten in existenzielle Schwierigkeiten.
Mit der nun erwarteten Erholungsphase verbinden sich nicht nur wirtschaftliche Hoffnungen für die Betriebe, sondern auch positive Signale für den regionalen Markt: Verbraucher könnten sich auf eine größere Vielfalt und Menge an heimischem Obst freuen – von Äpfeln über Birnen bis hin zu Pflaumen und Kirschen. Der Verband betont jedoch, dass es auf jedes einzelne Wetterereignis in den kommenden Wochen ankomme. Erst im Spätsommer werde sich zeigen, ob die optimistischen Prognosen halten.