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Long-Covid-Behandlung: Hausärzte fordern kostenlosen Zugang zu Medikamenten

LJNovaScotia (CC0), Pixabay

Angesichts wachsender Herausforderungen in der Versorgung von Long-Covid-Patientinnen und -Patienten fordert der Hausärztinnen- und Hausärzteverband einen kostenlosen Zugang zu wirksamen Medikamenten – auch wenn diese ursprünglich für andere Erkrankungen zugelassen sind. Der Vorsitzende des Verbands, Markus Beier, äußerte sich in der Rheinischen Post deutlich: „Das muss sich schnell ändern.

Aktuell tragen Betroffene oft hohe Kosten selbst, wenn Ärztinnen und Ärzte ihnen sogenannte Off-Label-Medikamente verschreiben – also Präparate, die nicht offiziell für Long Covid zugelassen, aber medizinisch begründet erfolgversprechend sind. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Kosten in der Regel nicht oder nur nach Einzelanträgen, die häufig abgelehnt werden.

Versorgungslücke für chronisch Erkrankte

„Viele unserer Patientinnen und Patienten sind durch Long Covid ohnehin stark belastet – körperlich, seelisch und oft auch finanziell“, so Beier. Dass sie zusätzlich noch für ihre Medikamente zahlen müssten, sei unhaltbar. Gerade im ländlichen Raum oder bei sozial schwächeren Gruppen entstehe so eine Versorgungslücke, die dringend geschlossen werden müsse.

Medizinischer Spielraum oft eingeschränkt

Hausärzte beklagen, dass sie zwar klinisch gute Erfahrungen mit bestimmten Medikamenten gemacht hätten – beispielsweise zur Behandlung von Erschöpfungssymptomen, Durchblutungsstörungen oder neurologischen Beschwerden –, jedoch durch die Kostenfrage in ihrer Behandlungspraxis eingeschränkt würden.

Appell an Politik und Krankenkassen

Der Verband fordert nun ein schnelles politisches Signal, um die Rahmenbedingungen zu ändern. Konkret solle der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) prüfen, welche Medikamente in bestimmten Long-Covid-Fällen schnell und unbürokratisch erstattungsfähig gemacht werden können. Gleichzeitig müsse die Forschung weiter intensiviert werden, um langfristig zugelassene und gezielt entwickelte Medikamente bereitzustellen.

Hintergrund

Long Covid betrifft laut Schätzungen etwa 5 bis 10 Prozent der Covid-Erkrankten – mit teils langanhaltenden Symptomen wie chronischer Erschöpfung, Atemnot, Konzentrationsproblemen oder neurologischen Störungen. Der Bedarf an spezialisierter, ganzheitlicher Versorgung wächst – doch viele Patienten berichten von langen Wartezeiten, unklaren Diagnosen und fehlender Therapieunterstützung.

Mit der Forderung nach kostenlosen Medikamenten rückt der Hausärzteverband einen zentralen Aspekt der Versorgung in den Fokus – und appelliert an das Gesundheitssystem, auch für jene Verantwortung zu übernehmen, die nach der akuten Infektion noch lange mit den Folgen kämpfen.

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