In Hamburg hat heute die zweite „Hamburg Sustainability Conference“ begonnen – ein internationales Spitzentreffen zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Unter dem Leitsatz „Gemeinsam Zukunft gestalten“ beraten rund 1.600 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus mehr als 110 Ländern, wie die globalen Herausforderungen der Gegenwart nachhaltiger und gerechter gelöst werden können.
Fokus: Armut, Hunger, Klimawandel und KI
Im Mittelpunkt der mehrtägigen Konferenz steht die zentrale Frage, wie extreme Armut und Hunger weltweit beendet werden können – und wie sich der Weg zu mehr Nachhaltigkeit beschleunigen lässt. Aber auch Querschnittsthemen wie der verantwortungsvolle Einsatz von Künstlicher Intelligenz, der Schutz vor künftigen Pandemien und der globale Klimawandel prägen die Debatten.
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) eröffnete die Konferenz mit einem Appell an die internationale Gemeinschaft: „Wenn wir die Agenda 2030 nicht gemeinsam in praktische Politik übersetzen, bleiben die UN-Ziele ein Versprechen ohne Wirkung.“
Zusammenarbeit statt Einzelinteressen
Die Konferenz versteht sich bewusst nicht nur als diplomatisches Forum, sondern als Plattform für konkrete Kooperationen. Zahlreiche Arbeitsgruppen und Fachpanels befassen sich mit Lösungen, etwa zur fairen Finanzierung von Entwicklungsvorhaben, zum Umbau globaler Ernährungssysteme oder zur Einbindung junger Menschen in politische Entscheidungsprozesse.
Ein zentrales Thema ist auch die Frage, wie wirtschaftliches Wachstum in Entwicklungs- und Schwellenländern mit Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit verbunden werden kann. Unternehmen und zivilgesellschaftliche Initiativen stellen Projekte vor, die bereits heute erfolgreich zur Umsetzung der UN-Ziele beitragen.
Bedeutung der Konferenz
Die Veranstaltung findet zu einem kritischen Zeitpunkt statt: Viele der 17 Nachhaltigkeitsziele, die die Vereinten Nationen 2015 verabschiedet haben – von Bildung und Geschlechtergerechtigkeit bis zu sauberem Wasser und nachhaltiger Energie – sind aktuell weit davon entfernt, bis 2030 erreicht zu werden. Die Veranstalter in Hamburg wollen daher neue Allianzen schmieden, Verantwortung teilen und Fortschritte messbar machen.
Die Konferenz läuft noch bis Ende der Woche. Sie soll konkrete politische Impulse liefern und verbindliche Partnerschaften zwischen Staaten, Organisationen und Unternehmen anstoßen. Ziel ist es, dass von Hamburg ein starkes Signal für globale Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung ausgeht – trotz aller geopolitischen Krisen und Interessenkonflikte.