Ausgerechnet an einem symbolträchtigen Ort machten Aktivist:innen am Freitag auf ein drängendes Problem aufmerksam: den Wohnungsleerstand in der Hauptstadt. Mehrere Personen verschafften sich Zugang zu einem ungenutzten Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg – einem Ort der Geschichte, der nun als Mahnmal gegen soziale Missstände diente.
Die Protestierenden wollten mit ihrer Aktion auf die wachsende Zahl leerstehender Immobilien in Berlin aufmerksam machen, während gleichzeitig Tausende nach bezahlbarem Wohnraum suchen. Unter dem Motto „Leerstand der Stadt“ setzten sie ein klares Zeichen gegen Spekulation und die aus ihrer Sicht mangelhafte Nutzung vorhandener Flächen.
Die Polizei war mit 190 Einsatzkräften vor Ort. Nach mehreren Stunden verließen die Aktivist:innen das Gebäude – teils freiwillig, teils nach Aufforderung der Beamten. „Die Räumung verlief ruhig und ohne Widerstand“, sagte eine Polizeisprecherin. Eine Hausbesetzung im juristischen Sinne sei es nicht gewesen, betonte sie, da die Demonstrierenden das Gebäude nicht dauerhaft in Besitz nehmen wollten.
Der Eigentümer des Gebäudes – nicht näher benannt – stellte Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. Ob es zu weiteren juristischen Konsequenzen kommt, ist noch unklar.
Die Aktion reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Protesten gegen Wohnraummangel und Immobilienspekulation in Berlin. Die ehemalige Stasi-Zentrale, heute teils Museum, teils leerstehend, wurde so zur Kulisse eines neuen Kampfes – nicht mehr gegen Überwachung, sondern gegen Wohnungsnot.