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Karin Prien fordert verpflichtende Besuche von KZ-Gedenkstätten im Schulunterricht

tassilo111 (CC0), Pixabay

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat sich für eine verpflichtende Verankerung von Besuchen in KZ-Gedenkstätten im Schulunterricht ausgesprochen. Jeder junge Mensch in Deutschland solle im Laufe seiner Schulzeit mindestens einmal einen authentischen Ort des nationalsozialistischen Terrors besuchen, forderte sie im Gespräch mit der Funke Mediengruppe. Ein solcher Besuch sei ein wesentlicher Bestandteil historisch-politischer Bildung und dürfe nicht vom Zufall oder der Schulform abhängen.

Prien betonte, dass die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch an realen Orten des Geschehens stattfinden müsse. Gedenkstätten wie Auschwitz, Dachau, Bergen-Belsen oder Buchenwald seien eindrucksvolle Mahnmale, die das unfassbare Ausmaß des nationalsozialistischen Unrechts sichtbar und spürbar machten. „Wer solche Orte gesehen hat, dem bleibt die Geschichte nicht abstrakt“, so Prien. Diese Orte führten Jugendlichen die Konsequenzen von Rassismus, Antisemitismus, Ausgrenzung und staatlicher Willkür auf eine Weise vor Augen, die kein Schulbuch je leisten könne.

Allerdings warnte die CDU-Politikerin davor, einen solchen Besuch isoliert als einmaliges Ereignis zu betrachten. Ein Gedenkstättenbesuch allein mache noch keinen Demokraten – er müsse vielmehr Teil eines pädagogischen Gesamtkonzepts sein, das in der Schule entsprechend vorbereitet, begleitet und nachbereitet werde. Nur wenn Lehrkräfte die Eindrücke der Schülerinnen und Schüler aufgreifen und in den Unterricht einbinden, könne daraus eine nachhaltige Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart entstehen.

Darüber hinaus sieht Prien in solchen Besuchen eine Chance zur Stärkung demokratischer Werte. In einer Zeit, in der Antisemitismus, Geschichtsvergessenheit und rechtsextreme Tendenzen wieder zunehmen, sei es zentral, Jugendlichen deutlich zu machen, welche Gefahren von Intoleranz und autoritärem Denken ausgehen. Erinnerungskultur sei kein Selbstzweck, sondern eine Grundlage für das demokratische Zusammenleben.

Bildungseinrichtungen und die Politik stünden daher in der Pflicht, jungen Menschen den Zugang zu historischer Aufklärung zu ermöglichen. Der Besuch einer KZ-Gedenkstätte sei nicht nur ein Bildungsauftrag, sondern auch ein Beitrag zur politischen Mündigkeit und zur Verantwortung gegenüber der Vergangenheit. Prien machte deutlich, dass der Staat nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Haltung stärken müsse.

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