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Frauenhäuser überlastet: Kein Platz trotz wachsender Gewalt in Partnerschaften

geralt (CC0), Pixabay

Die Zahl der Gewalttaten in Partnerschaften nimmt weiter zu – das belegen aktuelle Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA). Immer mehr Frauen erleben physische, psychische oder sexualisierte Gewalt durch den eigenen Partner oder Ex-Partner. Für viele Betroffene ist ein Frauenhaus oft die letzte Zuflucht, um sich und gegebenenfalls ihre Kinder in Sicherheit zu bringen. Doch genau dieser Rettungsort ist zunehmend überlastet: Viele Frauen finden keinen freien Platz mehr.

Trotz des steigenden Bedarfs reichen die Kapazitäten vieler Einrichtungen bei Weitem nicht aus. Bereits seit Jahren warnen Expertinnen und Trägerorganisationen vor einem strukturellen Mangel an Schutzplätzen. In ländlichen Regionen ist die Situation besonders dramatisch, aber auch in Großstädten sind Frauenhäuser regelmäßig voll belegt. Betroffene werden teilweise von Einrichtung zu Einrichtung verwiesen oder müssen in Hotels oder Notunterkünften untergebracht werden – sofern überhaupt eine kurzfristige Lösung gefunden wird.

Hinter jedem dieser Fälle steht eine persönliche Notlage. Häufig bleiben Frauen deshalb länger in gewaltvollen Beziehungen, weil sie schlicht keinen Ausweg finden. Dabei garantiert das Übereinkommen von Istanbul, ein völkerrechtlicher Vertrag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, jedem Mitgliedsstaat – darunter auch Deutschland – den Zugang zu angemessenem Schutz. In der Realität jedoch ist dieser Anspruch für viele Frauen nicht mehr als ein Versprechen auf dem Papier.

Fachleute und Frauenrechtsorganisationen fordern seit Langem eine dauerhafte, bedarfsgerechte Finanzierung von Frauenhäusern, den Ausbau von Kapazitäten sowie mehr barrierefreie Angebote für Frauen mit Behinderungen oder für Frauen mit Migrationshintergrund. Auch digitale Gewalt, Stalking und ökonomische Abhängigkeit erschweren heute vielen den Schritt in ein neues, sicheres Leben.

Fazit:

Gewalt in der Partnerschaft ist kein Randphänomen – sie ist bittere Realität für tausende Frauen in Deutschland. Doch selbst im Moment größter Not stoßen viele auf ein überlastetes Hilfesystem. Die Forderung ist klar: Mehr Schutzräume, mehr Plätze, mehr Unterstützung – denn jede Frau in Gefahr muss das Recht haben, sofort in Sicherheit zu kommen.

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