Ein Geschäftsjet, der im Juni 2023 über Washington ohne Reaktion des Piloten flog und schließlich abstürzte, wies zahlreiche Wartungsmängel auf. Der Unfall, bei dem vier Menschen starben, wurde laut dem Abschlussbericht des National Transportation Safety Board (NTSB) wahrscheinlich durch einen Druckabfall verursacht, wodurch alle Insassen bewusstlos wurden.
Unfallhergang und Ursache
Am 4. Juni 2023 startete die Cessna Citation von Elizabethton, Tennessee, mit Ziel Long Island, New York. Während des Steigflugs auf 34.000 Fuß brach der Funkkontakt zum Piloten ab. Die Maschine drehte unerwartet nach Südwesten und überflog Washington, bevor sie in Virginia abstürzte. F-16-Kampfflugzeuge der US Air Force verfolgten den Jet, nachdem dieser keine Antworten mehr gab. Beim Aufschließen zum Flugzeug beobachteten die Piloten eine bewegungslose Person im Cockpit.
Mangelhafte Wartung als Unfallfaktor
Der NTSB-Bericht stellte fest, dass fünf Wartungsinspektionen zum Zeitpunkt des Absturzes überfällig waren, darunter die Überprüfung der Sauerstoffmaske des Kopiloten. Zudem wurden bereits einen Monat zuvor 26 weitere Probleme festgestellt, darunter mehrere Mängel am Druck- und Umweltsystem der Maschine. Zwei Tage vor dem Absturz bemerkten Techniker das Fehlen der Sauerstoffmaske des Piloten sowie unzureichende Sauerstoffreserven, die im Notfall nicht ausgereicht hätten.
Der Pilot, der 69-jährige Jeff Hefner, war ein erfahrener ehemaliger Linienpilot mit 35.000 Flugstunden. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen fand die NTSB keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für eine plötzliche Unfähigkeit oder unangemessene Medikamenteneinnahme.
Wahrscheinliche Ursache: Hypoxie
Die NTSB geht davon aus, dass die Insassen durch Hypoxie (Sauerstoffmangel im Blut) bewusstlos wurden. Diese führt laut FAA-Handbuch zu Symptomen wie Verwirrung, Desorientierung, eingeschränktem Urteilsvermögen, Kommunikationsproblemen und schließlich Bewusstlosigkeit. Da die Druckkabine nicht ordnungsgemäß funktionierte, konnten weder die Crew noch die Passagiere die lebenswichtige Sauerstoffversorgung sicherstellen.
Kritik an Wartungsmängeln
Besonders schwerwiegend: Der Eigentümer des Jets, Encore Motors aus Melbourne, Florida, entschied sich, die festgestellten Mängel nicht beheben zu lassen. Dies wird nun als mitverantwortlich für die Katastrophe angesehen. An Bord befanden sich neben dem Piloten die Tochter und die Enkelin des Eigentümers.
Fazit des NTSB
Der Bericht wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheitsprobleme, die durch Vernachlässigung der Wartung entstehen können. Die NTSB fordert strengere Kontrollen und eine bessere Durchsetzung der Wartungsrichtlinien für Privatjets, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.