Ein Vorfall an Bord eines Lufthansa-Flugs von Frankfurt nach Sevilla wirft erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheitsprotokolle in der Luftfahrt: Wie aus einem Bericht der spanischen Unfalluntersuchungsbehörde CIAIAC hervorgeht, war ein Airbus A321 der Airline rund zehn Minuten lang ohne aktive Cockpit-Besatzung unterwegs – nachdem der Co-Pilot ohnmächtig wurde, während sich der Kapitän gerade auf der Toilette befand.
Laut dem Bericht verlor der Co-Pilot während des Flugs plötzlich das Bewusstsein, just in dem Moment, als der Kapitän das Cockpit verlassen hatte – ein seltenes, aber extrem kritisches Szenario. Die Cockpittür war aus Sicherheitsgründen verschlossen, sodass der Flugkapitän sich erst mit einem Notfallcode Zutritt verschaffen musste. Dies gelang ihm nach rund zehn Minuten – während das Flugzeug in dieser Zeit vollständig vom Autopiloten gesteuert wurde.
Glück im Unglück: Der Kapitän konnte die Kontrolle wieder übernehmen, der Flug wurde sicher fortgesetzt und beendet. Der Vorfall ereignete sich bereits früher, wurde aber erst jetzt durch den CIAIAC-Bericht öffentlich.
Bemerkenswert ist, dass der Kapitän laut Bericht erst einen Monat zuvor ein spezielles Training für Notfälle im Cockpit absolviert hatte – ein Umstand, der in dieser Situation möglicherweise Schlimmeres verhinderte.
Die Lufthansa hat den Vorfall bestätigt und betont, dass das Sicherheitskonzept gegriffen habe. Die automatische Flugführung in Verbindung mit den Protokollen zur Türöffnung habe sich als wirksam erwiesen. Dennoch dürfte der Fall in der Branche für Diskussionen sorgen – etwa darüber, ob künftig dauerhaft zwei Personen im Cockpit sein sollten, wie es in einigen Ländern nach ähnlichen Vorfällen bereits vorgeschrieben wurde.
Fazit: Der Vorfall zeigt, wie wichtig gründliche Notfalltrainings und technische Sicherheitsroutinen in der Luftfahrt sind. Dass der Flug ohne Schaden endete, war kein Zufall – sondern das Ergebnis gut geplanter Protokolle. Doch dass ein Flugzeug über Minuten ohne handlungsfähige Cockpit-Besatzung fliegt, bleibt ein Szenario, das niemand gerne erlebt.