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Kreative Zollumgehung: Firmen tricksen gegen Trumps Handelsbarrieren

geralt (CC0), Pixabay

Die sprunghafte Zollpolitik der US-Regierung sorgt weiterhin für Turbulenzen im internationalen Handel. Während sich die großen Wirtschaftsnationen gegenseitig mit Strafzöllen überbieten, müssen Unternehmen weltweit kreativ werden, um ihre Geschäfte profitabel zu halten. Besonders erfinderisch zeigt sich die Luftfahrtbranche, die in Sachen Zollvermeidung inzwischen fast olympische Disziplinen entwickelt hat.

Delta Air Lines: Aus neu mach alt

Wie entgeht man den hohen Zöllen auf nagelneue Flugzeuge? Ganz einfach: Man lässt sie ein bisschen „gebraucht“ aussehen – zumindest auf dem Papier. Delta Air Lines hat sich in dieser Disziplin einen Meistertitel verdient.

Als die Fluggesellschaft kürzlich einen neuen Airbus A350-900 in Toulouse abholte, entschied man sich gegen den üblichen Überführungsflug in die USA. Stattdessen nahm die Maschine einen Umweg über Tokio. Diese Route wurde als kommerzieller Flug deklariert. Das Ergebnis: Der Jet war nun offiziell „gebraucht“ – und die Zollpflicht entfiel.

Delta spielt damit geschickt die Formalienschachpartie: Einmal international genutzt, ist ein Flugzeug kein Neugerät mehr. Damit dieser Trick funktioniert, hält sich die Airline streng an eine Regel: Die umetikettierten Maschinen dürfen nicht im Inlandsverkehr eingesetzt werden. Ob die US-Behörden diese kreative Interpretation des Zollrechts langfristig durchwinken, bleibt allerdings fraglich.

Lufthansa: Schweizer Lösung gegen Zollprobleme

Während Delta aus Neugebrauchtes macht, wählt die Lufthansa-Gruppe einen anderen Weg: Wenn die EU Strafzölle auf amerikanische Boeing-Flugzeuge verhängt, könnte der Konzern Millionen verlieren. Doch Rettung naht – aus der Schweiz.

Da die Schweiz bekanntlich nicht zur EU gehört und sich den Zöllen auf US-Flugzeuge nicht anschließen will, plant Lufthansa, die neuen Boeing-Jets kurzerhand unter der Marke Swiss zu registrieren. Statt direkt nach Frankfurt werden die Flugzeuge also erst einmal in die Alpenrepublik geflogen. So bleibt die Lufthansa den drohenden Zöllen elegant fern.

Man könnte meinen, Lufthansa hätte die Alpenrepublik geradezu neu erfunden. Wo früher Käse und Uhren die Schweizer Exportschlager waren, fliegen nun Boeings aus den USA mit Schweizer Kreuz auf der Heckflosse – und das völlig zollfrei.

Apple: Ein Elefant stampft nach Indien

Auch im Elektroniksektor steht das Zollkarussell nicht still. Besonders hart trifft es Apple: Die Strafzölle im Handelskonflikt zwischen China und den USA machen die Produktion in Fernost teuer. Präsident Trump hatte gehofft, die Produktion zurück in die USA zu holen – aber Apple hat andere Pläne.

Statt in die Vereinigten Staaten zieht es den iPhone-Giganten nach Indien. Unter dem Projektnamen „Elephant“ baut Apple eine gigantische Fabrik im IT-Hotspot Bangalore. Auf einer Fläche von 1,2 Millionen Quadratmetern entstehen künftig iPhones und iPads – allerdings nicht für den amerikanischen Binnenmarkt.

Warum Indien? Ganz einfach: Die US-Regierung hat Indien als geopolitischen Partner auserkoren und verschont das Land daher weitgehend mit Strafzöllen. Apple kann so die Produktion verlagern, ohne die USA als Zielmarkt zu gefährden. Da klatschen die Aktionäre – und Trump schaut konsterniert nach Bangalore.

Schlupflöcher made in USA

Die aktuelle Zollpolitik zwingt Unternehmen zu wahren Meisterleistungen der Rechtsinterpretation. Ob Flugzeuge, Elektronik oder Maschinen: Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich internationale Konzerne durch ein Geflecht aus Zöllen, Gesetzen und politischen Interessen manövrieren.

Doch so findig die Strategien auch sind – eines bleibt fraglich: Wie lange lassen die Zollbehörden dieses Katz-und-Maus-Spiel noch zu? Auf jeden Fall zeigt sich: Wenn es um Geld geht, kennt die wirtschaftliche Kreativität offenbar keine Grenzen. Und während die Zollschranken weiter wachsen, werden die Tricks der Unternehmen immer raffinierter.

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