Die Ratingagentur Moody’s hat das Kreditrating der USA um eine Stufe von Aaa auf Aa1 gesenkt. Damit verliert die US-Regierung ihre Top-Bewertung bei den großen Ratingagenturen. Als Hauptgrund nennt Moody’s die steigende Staatsverschuldung und die wachsenden Zinsbelastungen, die im Vergleich zu ähnlich bewerteten Staaten „deutlich höher“ ausfallen.
Haushaltsdefizite belasten Kreditwürdigkeit
Moody’s kritisiert, dass es aufeinanderfolgende US-Regierungen und der Kongress nicht geschafft haben, die hohen jährlichen Haushaltsdefizite und steigenden Zinskosten in den Griff zu bekommen. In einer Pressemitteilung heißt es: „Die fiskalische Leistung der USA wird sich voraussichtlich weiter verschlechtern, sowohl im Vergleich zur eigenen Vergangenheit als auch zu anderen hoch bewerteten Staaten.“
Bereits im Jahr 2023 hatte Fitch Ratings die Kreditwürdigkeit der USA von AAA auf AA+ herabgestuft, während Standard & Poor’s bereits 2011 eine ähnliche Abwertung vornahm.
Ursachen für die Herabstufung
Moody’s verweist auf die rapide steigende Staatsverschuldung infolge kontinuierlicher Haushaltsdefizite. Diese resultieren aus einer Kombination von erhöhten Staatsausgaben und sinkenden Einnahmen durch Steuererleichterungen. Besonders die aktuelle Steuerreform der Republikaner könnte das Defizit in den nächsten zehn Jahren um etwa 4 Billionen US-Dollar vergrößern, ohne nennenswerte Einsparungen bei Pflichtausgaben zu erzielen.
Prognosen zufolge sollen sich die Defizite von 6,4 % des BIP im Jahr 2024 auf 9 % im Jahr 2035 ausweiten. Hauptursachen sind steigende Zinszahlungen, erhöhte Sozialausgaben und vergleichsweise niedrige Staatseinnahmen.
Stabile Aussichten trotz Herabstufung
Gleichzeitig hat Moody’s den Ausblick von negativ auf stabil angehoben. Die Agentur betont, dass die USA trotz der Herabstufung weiterhin über „außergewöhnliche Kreditstärken“ verfügen, darunter die Größe und Dynamik der Wirtschaft sowie die Rolle des US-Dollars als globale Reservewährung.
Trotz jüngster politischer Unsicherheiten erwartet Moody’s, dass die USA ihre Tradition einer effektiven Geldpolitik unter der unabhängigen Führung der Federal Reserve fortsetzen werden.
Auswirkungen auf Verbraucher
Die Herabstufung könnte die Zinsen für Staatsanleihen erhöhen, was wiederum die Kosten für Hypotheken und Unternehmensanleihen in die Höhe treiben könnte. Höhere Zinsen für Staatsanleihen bedeuten auch höhere Kreditkosten für die Regierung, was die Staatsverschuldung weiter anheizen könnte.
Laut James Humphries, Managing Partner bei Mindset Wealth Management, hat die Ankündigung zwar bisher keine nennenswerte Erhöhung der Anleiherenditen ausgelöst, dennoch seien die langfristigen Folgen nicht zu unterschätzen: „Fortgesetzte fiskalische Expansion ohne glaubwürdige Maßnahmen zur Stabilisierung der Schulden könnte langfristig die Kreditkosten und wirtschaftliche Flexibilität beeinträchtigen.“
Fazit
Die Herabstufung des US-Kreditratings durch Moody’s verdeutlicht die Herausforderungen, die mit der hohen Staatsverschuldung einhergehen. Während die kurzfristigen Auswirkungen für Verbraucher begrenzt bleiben, könnten sich die finanziellen Rahmenbedingungen langfristig verschärfen, wenn keine Maßnahmen zur Stabilisierung der öffentlichen Finanzen ergriffen werden.