Die US-Regierung unter Donald Trump hat am 12. Mai 49 weißen Südafrikanern den Flüchtlingsstatus gewährt und sie in Washington begrüßt. Trump bezeichnete sie als Opfer von „Genozid“ und rassistischer Verfolgung – eine Behauptung, die die südafrikanische Regierung und Menschenrechtsorganisationen entschieden zurückweisen.
Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa nennt die Vorwürfe „völlig haltlos“. Statistiken der südafrikanischen Polizei zeigen, dass weiße Südafrikaner trotz ihres Anteils von 8 % an der Bevölkerung nur 2 % der Mordopfer ausmachen, während schwarze Südafrikaner weitaus häufiger Opfer von Gewaltverbrechen sind. Mandeep Tiwana von der Menschenrechtsorganisation CIVICUS betont, dass die Lage weißer Südafrikaner nicht dem UN-Genozid-Begriff entspricht.
Trump hatte die Aufnahme mit der angeblichen Enteignung weißer Farmer begründet. Tatsächlich verabschiedete Ramaphosa ein Gesetz zur Landenteignung, jedoch nicht gezielt gegen Weiße. Das südafrikanische Landproblem hat historische Wurzeln: Während der Apartheid waren Schwarze systematisch entrechtet, und bis heute besitzt die weiße Minderheit den Großteil des Landes und Vermögens.
Trumps Entscheidung, den Afrikaanern Asyl zu gewähren, steht im Widerspruch zur gleichzeitigen Abschottung gegenüber Geflüchteten aus Krisenländern wie Haiti, Kuba oder Venezuela. Seit Trumps Amtsantritt wurde das US-Flüchtlingsprogramm drastisch eingeschränkt, viele Asylanträge abgelehnt.
Die Entscheidung stieß auf Protest: Menschenrechtsaktivisten bezeichneten die Aufnahme der Südafrikaner als „reine Symbolpolitik“. Laura Thompson Osuri von „Homes Without Borders“ kritisierte, dass tatsächliche Kriegsflüchtlinge abgewiesen würden, während Afrikaaner als vermeintliche Opfer willkommen geheißen werden.
Auch kirchliche Hilfsorganisationen reagierten enttäuscht. Die Migrationsabteilung der Episkopalkirche kündigte an, ihre Zusammenarbeit mit der Regierung zu beenden. „Es schmerzt zu sehen, wie eine ausgewählte Gruppe bevorzugt wird, während andere seit Jahren in Lagern ausharren“, sagte Bischof Sean Rowe.
Die Kontroverse um die Aufnahme weißer Südafrikaner zeigt, wie stark politische Entscheidungen von ideologischen Überzeugungen geprägt sein können – und wirft die Frage auf, wer in den USA tatsächlich Schutz finden darf.