Ein schwerer Unfall mit einem Gefahrguttransporter hat am Dienstag für einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Spezialkräften auf der A4 bei Apolda gesorgt. Nach Angaben der Polizei kam der LKW zwischen den Anschlussstellen Apolda und Magdala von der Fahrbahn ab und kippte in eine Böschung. Dabei traten gefährliche Substanzen aus – unter anderem Essigsäure-Dämpfe.
Bei dem Unfall wurde der LKW-Fahrer verletzt, ebenso fünf Ersthelfer, die versuchten, dem Mann zur Hilfe zu kommen, dabei aber ebenfalls mit den austretenden Chemikalien in Kontakt gerieten. Sie wurden zur Behandlung in umliegende Kliniken gebracht. Die genaue Art und Schwere der Verletzungen ist noch nicht bekannt.
Spezialkräfte im Einsatz – Autobahn teilweise gesperrt
Weil es sich um einen Transport von Gefahrgut handelte, rückten Spezialkräfte für Chemieunfälle aus. Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt, der betroffene Streckenabschnitt in Richtung Dresden komplett gesperrt. In Richtung Frankfurt ist die A4 inzwischen wieder freigegeben.
Laut Polizei bleibt die Sperrung in Richtung Dresden voraussichtlich bis in den Abend bestehen. Neben der Bergung des verunglückten LKWs steht auch die Dekontamination der Unfallstelle im Vordergrund. Die Feuerwehr misst weiterhin die Konzentration der ausgetretenen Gase in der Umgebungsluft.
Verkehr wird umgeleitet – Staus erwartet
Der Verkehr wird derzeit über die umliegenden Bundesstraßen umgeleitet. Autofahrer müssen mit teils erheblichen Verzögerungen rechnen. Die Polizei bittet, den Bereich nach Möglichkeit großräumig zu umfahren.
Hintergrund: Was ist bei Gefahrgut-Unfällen zu beachten?
Essigsäure kann in hoher Konzentration reizend auf Haut, Augen und Atemwege wirken. Bei Unfällen mit chemischen Stoffen gilt daher besondere Vorsicht – für Einsatzkräfte wie auch für Zivilisten. Ersthelfer sollten niemals ohne Eigenschutz handeln, wenn unklar ist, welche Substanzen beteiligt sind.