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Cannes Filmfestival verbietet Nacktheit: Trendwende in der Mode?

geralt (CC0), Pixabay

Das Cannes Filmfestival hat kurz vor seinem Start am 13. Mai eine klare Botschaft verkündet: Nacktheit ist auf dem roten Teppich und in allen anderen Bereichen des Festivals verboten. Diese Entscheidung folgt auf das Aufsehen um Bianca Censori, die bei den Grammys in einem komplett durchsichtigen Kleid erschien – begleitet von Ehemann Ye (ehemals Kanye West) –, was weltweit für Kontroversen sorgte.

Während einige Prominente die Entscheidung möglicherweise als Einschränkung der künstlerischen Freiheit empfinden, sehen Modeexperten darin ein Anzeichen für einen möglichen Trendwechsel. Lorynn Divita, Professorin für Modedesign, betont, dass Modezyklen immer wieder einen Wandel durchlaufen: „Was auf dem Höhepunkt ist, muss irgendwann abebben.“ Die zunehmende Ermüdung durch immer freizügigere Outfits könnte dazu führen, dass wieder mehr Stoff gefragt ist.

Nacktheit auf dem roten Teppich spaltet die Meinungen: Für manche ist es ein Symbol der Selbstbestimmung, für andere Ausdruck von Objektifizierung. Rose McGowan etwa trug 1998 ein durchsichtiges Kleid bei den MTV Awards als Statement gegen Machtmissbrauch, nachdem sie Opfer sexueller Gewalt geworden war. Bei Censori und Ye hingegen wird die Inszenierung eher als Demonstration von Machtverhältnissen interpretiert.

Der Trend zur Freizügigkeit auf dem roten Teppich könnte tatsächlich ein Ende finden, wie auch die aktuelle Entwicklung in der Clubmode zeigt: Statt enger und knapper Kleidung liegen lange, fließende „Milkmaid-Kleider“ im Trend, die unter anderem von Kendall Jenner bei Coachella getragen wurden. Diese Rückbesinnung auf weniger freizügige Mode erinnert an den Wandel von hautengen Skinny-Jeans zu weiten Schlaghosen – ein weiteres Beispiel für die „Mode-Pendeldynamik“.

Das Verbot in Cannes könnte also mehr sein als nur eine strenge Kleiderregel – es könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Ära der Nacktheit als Provokation langsam zu Ende geht. In einer von ständigem Wandel geprägten Modewelt bleibt jedoch eines sicher: Kein Trend hält ewig.

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