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Interview: Rechtsanwalt Jens Reime zu Kryptowährungen aus Anlegersicht
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Interview: Rechtsanwalt Jens Reime zu Kryptowährungen aus Anlegersicht

Tumisu (CC0), Pixabay

Interviewer: Herr Reime, Kryptowährungen bleiben ein heißes Thema – viele Anleger fragen sich, wo sie sicher und kostengünstig handeln können. Welche Krypto-Plattformen würden Sie aus rechtlicher Sicht empfehlen?

Rechtsanwalt Jens Reime: Grundsätzlich sollten Anleger bei der Wahl einer Krypto-Plattform auf Seriosität und Regulierung achten. Plattformen wie Bitpanda, Trade Republic, eToro und Coinbase sind in Deutschland bekannt und weitgehend reguliert. Besonders wichtig ist die BaFin-Regulierung bei Anbietern wie Bitpanda, da sie zusätzliche Sicherheit bietet.

Interviewer: Es gibt ja verschiedene Arten von Krypto-Handelsplätzen – wie unterscheiden sich diese?

Jens Reime: Da gibt es in der Tat große Unterschiede. Krypto-Börsen wie Coinbase ermöglichen den direkten Kauf und Verkauf von Kryptowährungen. Neobroker wie Trade Republic bieten eher eine Mischung aus Aktien- und Krypto-Handel an. Auf Marktplätzen wie Justtrade handelt man direkt mit anderen Nutzern. Schließlich gibt es noch Online-Broker wie eToro, die neben Krypto auch andere Assets wie ETFs anbieten.

Interviewer: Welche Risiken sehen Sie speziell bei den Krypto-Börsen?

Jens Reime: Das größte Risiko besteht in der Verwahrung der Coins. Viele Anleger unterschätzen die Gefahr von Hackerangriffen. Wenn die Plattform gehackt wird und keine ausreichende Versicherung vorhanden ist, droht der Totalverlust. Deswegen empfehle ich, größere Bestände auf einem Cold Wallet zu sichern, also offline zu lagern.

Interviewer: Viele Plattformen bieten mittlerweile auch sogenannte Krypto-ETPs an. Wie stehen Sie dazu?

Jens Reime: Krypto-ETPs sind börsengehandelte Produkte, die die Wertentwicklung von Kryptowährungen abbilden. Der Vorteil ist, dass sie wie Aktien über die Börse gehandelt werden können. Anleger profitieren so von der regulierten Umgebung und haben keine Probleme mit der Verwahrung. Allerdings besitzt man hier nicht die eigentlichen Coins, was steuerlich einen Unterschied machen kann.

Interviewer: Apropos Steuern – was sollten Anleger beachten?

Jens Reime: Das Thema Steuern ist komplex. Echte Kryptowährungen unterliegen bei Verkauf innerhalb eines Jahres der Einkommensteuer. Nach einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei. Bei Krypto-ETPs greift jedoch die Abgeltungssteuer von 25 Prozent. Das sollten Anleger unbedingt berücksichtigen, um keine bösen Überraschungen bei der Steuererklärung zu erleben.

Interviewer: Und wie sieht es mit den Gebühren aus? Viele Anleger sind da ja sehr preissensibel.

Jens Reime: Absolut. Bei den Gebühren gibt es deutliche Unterschiede. Bitpanda verlangt etwa 0,99 % plus Spread, während Coinbase bis zu 1,49 % plus 0,50 % Spread berechnet. Trade Republic ist günstiger mit 1 Euro pro Trade, aber es fällt ebenfalls ein Spread an. Wichtig ist, sich vorab genau zu informieren und die Gebührenmodelle zu vergleichen.

Interviewer: Manche Anleger interessieren sich auch für das Thema Staking. Worauf sollten sie achten?

Jens Reime: Staking bedeutet, dass man seine Kryptowährungen zur Verfügung stellt, um das Netzwerk zu sichern und dafür Belohnungen erhält. Das Problem: Während der Staking-Periode sind die Coins gesperrt. Sollte der Kurs in dieser Zeit drastisch fallen, kann man nicht reagieren. Zudem kann auch Staking steuerlich relevant sein, da die Erträge als Kapitalerträge gelten.

Interviewer: Welche Plattform bietet Ihrer Meinung nach das beste Gesamtpaket?

Jens Reime: Das hängt vom individuellen Anlageziel ab. Wer viel Wert auf Auswahl und Benutzerfreundlichkeit legt, ist mit Bitpanda gut beraten. Für Einsteiger eignet sich Trade Republic wegen der niedrigen Gebühren. Wer sich für Social Trading interessiert, findet bei eToro eine gute Plattform. Wichtig ist, die eigenen Anforderungen mit dem Angebot abzugleichen und auf Sicherheit und Regulierung zu achten.

Interviewer: Was raten Sie Anlegern, die gerade erst in den Kryptomarkt einsteigen?

Jens Reime: Zunächst sollten sie sich intensiv mit der Funktionsweise von Kryptowährungen und den Plattformen auseinandersetzen. Ein guter Einstieg kann ein kleiner Betrag sein, um die Handelsabläufe kennenzulernen. Auf keinen Fall sollte man FOMO (Fear of Missing Out) erliegen und unüberlegt investieren. Zudem gilt: Nie mehr investieren, als man bereit ist zu verlieren.

Interviewer: Herr Reime, vielen Dank für die aufschlussreichen Informationen!

Jens Reime: Sehr gern! Der Kryptomarkt ist spannend, aber auch herausfordernd. Mit der richtigen Strategie und einem guten Risikomanagement können Anleger jedoch interessante Chancen nutzen.

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