Der französische Schauspielstar Gérard Depardieu ist wegen sexueller Übergriffe schuldig gesprochen worden. Ein Pariser Gericht verurteilte den 76-Jährigen zu 18 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Die Entscheidung folgt auf monatelange öffentliche Debatten und gerichtliche Auseinandersetzungen rund um die Vorwürfe gegen den prominenten Schauspieler.
Zwei Frauen hatten Depardieu beschuldigt, sie während Dreharbeiten in den Jahren 2021 und 2022 unsittlich berührt und gegen ihren Willen begrapscht zu haben. Die Taten sollen sich am Set zweier Filmproduktionen ereignet haben. Das Gericht sah die Aussagen der Frauen als glaubwürdig und die Vorwürfe als ausreichend belegt an.
Verteidigung plädierte auf Freispruch
Depardieus Anwälte hatten auf Freispruch plädiert und erklärt, ihr Mandant weise die Anschuldigungen „entschieden zurück“. Der Schauspieler selbst äußerte sich im Prozess mehrfach – bestritt die Taten, räumte jedoch ein, dass es möglicherweise zu „missverstandenen Situationen“ gekommen sei.
Das Gericht wertete sein Verhalten allerdings als klaren Verstoß gegen die körperliche Selbstbestimmung der betroffenen Frauen und unterstrich, dass auch am Filmset klare Grenzen gelten müssen.
Karriere mit Schattenseiten
Gérard Depardieu zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Gesichtern des französischen und internationalen Kinos. Mit Filmen wie Cyrano de Bergerac, Der letzte Tango in Paris oder Green Card feierte er große Erfolge – privat und politisch sorgte er in den letzten Jahren jedoch wiederholt für Schlagzeilen.
Bereits in der Vergangenheit wurden mehrere Vorwürfe wegen sexuellen Fehlverhaltens gegen ihn erhoben, darunter auch ein inzwischen eingestelltes Verfahren wegen Vergewaltigung.
Symbolisches Urteil in Zeiten gesellschaftlicher Veränderung
Die Verurteilung des einst gefeierten Filmstars gilt als wichtiges Signal im Kontext der #MeToo-Debatte in Frankreich. Frauenrechtsorganisationen begrüßten das Urteil als „spätes, aber klares Zeichen“, dass auch prominente Täter nicht über dem Gesetz stehen.
Fazit: Gérard Depardieu wurde für sein Verhalten juristisch zur Rechenschaft gezogen – doch der Fall wirft auch erneut die Frage auf, wie sicher Arbeitsplätze in der Film- und Medienbranche für Frauen tatsächlich sind.