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Alcatraz

ArtTower (CC0), Pixabay

Charlie Hopkins, ein ehemaliger Insasse des berüchtigten Gefängnisses Alcatraz, denkt auch im hohen Alter von 93 Jahren oft an seine Zeit auf der Gefängnisinsel zurück. Am eindrücklichsten ist für ihn die „tödliche Stille“, die nachts in den Zellen herrschte, unterbrochen nur vom Heulen vorbeifahrender Schiffe.

1955 wurde Hopkins nach Alcatraz verlegt, nachdem er in anderen Gefängnissen Probleme verursacht hatte. Er verbüßte dort eine 17-jährige Haftstrafe wegen Entführung und Raub. Hopkins erinnert sich, dass Alcatraz sauber, aber karg war. Es gab kaum Ablenkungen, weder Radio noch viele Bücher. Er verbrachte die Zeit mit Zellenrundgängen und Liegestützen und arbeitete als Reinigungskraft, wobei er die Böden glänzend polierte.

Hopkins war ursprünglich 1952 in Jacksonville, Florida, wegen einer Reihe von Raubüberfällen und Entführungen inhaftiert worden. Gemeinsam mit Komplizen nahm er Geiseln, um Straßensperren zu überwinden und Autos zu stehlen. Auf Alcatraz traf er auf berüchtigte Kriminelle wie Al Capone, den „Birdman von Alcatraz“ Robert Stroud und den Gangsterboss James „Whitey“ Bulger.

Trotz der hohen Sicherheitsvorkehrungen gelang es Hopkins, Ärger zu verursachen, wofür er oft in Einzelhaft, die sogenannte „D Block“, kam. Sein längster Aufenthalt dort dauerte sechs Monate, nachdem er versucht hatte, mit gestohlenen Sägeblättern einen Fluchtversuch zu unterstützen. Der Plan scheiterte, und Hopkins wurde ebenfalls eingesperrt.

Die Fluchtversuche aus Alcatraz waren zahlreich. Insgesamt gab es 14 Fluchtversuche von 36 Insassen. Der wohl bekannteste erfolgte 1962, als Frank Morris und die Brüder Clarence und John Anglin mit selbstgebastelten Köpfen in ihren Betten und einem Ausbruch durch die Lüftungsschächte entkamen. Ihr Schicksal blieb ungeklärt; die Behörden vermuten, dass sie ertranken.

1963 wurde Alcatraz geschlossen, da der Unterhalt zu kostspielig war. Heute ist die Insel ein Museum und Touristenmagnet. Trotz des baufälligen Zustands äußerte der frühere US-Präsident Donald Trump kürzlich die Idee, das Gefängnis wiederzueröffnen, um die gefährlichsten Verbrecher dort unterzubringen. Experten halten die Idee jedoch für unrealistisch, da die Sanierung Milliarden kosten würde.

Hopkins, selbst Trump-Anhänger, glaubt nicht an die Wiedereröffnung. Er sieht darin eher eine politische Botschaft als einen ernsthaften Plan. Nach seiner Entlassung 1963 kehrte er nach Florida zurück, wo er verschiedene Jobs ausübte und eine Familie gründete. Rückblickend erkennt Hopkins seine damaligen Probleme und hat ein 1.000-seitiges Memoir über sein Leben geschrieben.

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