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Berenberg Aktien Mittelstand: Schwere Verluste trotz Substanz – Mittelstandsfonds in der Krise

geralt (CC0), Pixabay

Der Fonds Berenberg Aktien Mittelstand hat im Jahr 2024 eine deutliche negative Entwicklung durchlaufen – und das sowohl in der Performance als auch beim Fondsvolumen. Anleger mussten schmerzhafte Verluste hinnehmen, wobei Marktverwerfungen und eine enttäuschende Entwicklung mittelständischer deutscher Aktien eine zentrale Rolle spielten.

1. Wertentwicklung: Deutlich negativ
Alle drei Anteilklassen verzeichneten zweistellige Verluste:

M A: –14,42 %

R A: –15,16 %

B A: –13,46 %

Damit blieb der Fonds deutlich hinter dem Vergleichsindex (50 % MDAX, 50 % SDAX) zurück. Es handelte sich um eines der schlechtesten Jahre des Fonds in der jüngeren Vergangenheit – nach zuvor bereits zwei schwachen Jahren.

2. Ursachen der Performance
Die Verluste resultierten vor allem aus:

Realisierte Verluste aus Verkäufen: insgesamt ca. –26 Mio. EUR

Nicht realisierte Gewinne konnten das Ergebnis nur teilweise kompensieren: +17,5 Mio. EUR

Fondsvolumen sank um 110 Mio. EUR, teils durch massive Mittelabflüsse von Anlegern (über 91 Mio. EUR netto)​

Trotz fundamental orientierter Selektion trafen vor allem deutsche Nebenwerte auf wenig Nachfrage im Marktumfeld 2024.

3. Portfolio und Strategie
Der Fonds investiert schwerpunktmäßig in kleine und mittlere Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum – bevorzugt familiengeführte Unternehmen mit stabilem Geschäftsmodell. Zu den größten Einzelwerten gehören:

Fielmann Group

Sixt SE

GEA Group

Nemetschek

Evotec

Insgesamt ist das Portfolio weiterhin breit diversifiziert, mit über 80 Einzeltiteln. Es liegt ein klarer Fokus auf Substanzwerten mit hohem Innovationspotenzial, jedoch oft abseits der großen Marktnachfrage.

4. Mittelabflüsse und Anlegervertrauen
Die Anteilklasse R A verlor über 24 Mio. EUR an Rückflüssen

Die institutionelle Klasse M A sogar über 53 Mio. EUR

Das Fondsvolumen schrumpfte von über 180 Mio. EUR Anfang 2024 auf nur noch rund 69 Mio. EUR zum Jahresende. Dies signalisiert ein massiv geschwächtes Anlegervertrauen.

5. Kostenstruktur
Verwaltungsvergütung:

M A: 0,95 %

R A: 1,80 %

B A: 0,24 %

Gesamtkostenquote:

M A: 1,01 %

R A: 1,84 %

B A: 0,22 %

Die Kosten sind angemessen, jedoch bei Klasse R im Verhältnis zur schwachen Performance kritisch zu bewerten.

6. Risikobetrachtung
Marktrisiken: hoch, da der Fonds rein auf Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen setzt

Keine Derivate zur Absicherung

Fokus auf Deutschland erhöht Klumpenrisiko bei konjunktureller Schwäche

Fazit:
Der Berenberg Aktien Mittelstand durchlief 2024 ein sehr schwieriges Jahr. Trotz eines substanzbasierten Ansatzes wurde der Fonds von der schlechten Performance deutscher Nebenwerte stark getroffen. Für langfristige Anleger mit Überzeugung in den deutschen Mittelstand könnte sich ein Durchhalten lohnen – für sicherheitsorientierte Investoren hingegen ist aktuell Vorsicht geboten.

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