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Erdbeeren in der Luft: Wie KI und vertikale Landwirtschaft die Lebensmittelproduktion revolutionieren

FilipFilipovic (CC0), Pixabay

In einem Industriepark in Chesterfield steht eine Farm, die wie aus der Zukunft wirkt: die Plenty Richmond Farm, die erste ihrer Art weltweit, die Erdbeeren in großer Menge vertikal und komplett in Innenräumen anbaut. Statt traditioneller Felder hängen hier die Pflanzen in 30 Fuß hohen Türmen von der Decke – gesteuert und überwacht von künstlicher Intelligenz.

Laut dem Unternehmen Plenty werden dabei 97 % weniger Land und bis zu 90 % weniger Wasser verbraucht als beim konventionellen Anbau. Mehr als 10 Millionen Datenpunkte werden täglich ausgewertet, um Temperatur, Licht, Luftfeuchtigkeit und Nährstoffzufuhr optimal zu steuern. Auch die Bestäubung erfolgt automatisiert – ganz ohne Bienen.

Ziel: 4 Millionen Pfund Erdbeeren pro Jahr

Nach mehr als 200 Testreihen wurde die Hightech-Farm im September 2024 eröffnet. Ziel ist es, über 4 Millionen Pfund Erdbeeren pro Jahr zu produzieren – unabhängig von Jahreszeiten oder Wetterbedingungen. Die ersten Lieferungen gehen an den Fruchtproduzenten Driscoll’s.

Vertical Farming – bald auch im All?

Die US-Landwirtschaftsbehörde USDA und NASA arbeiten bereits an vertikalen Anbausystemen für den Weltraum. Hintergrund: Verpackte Nahrungsmittel verlieren mit der Zeit an Nährwert, was bei Langzeitmissionen problematisch ist. Da es im All kaum Platz für große Anbauflächen gibt, könnten platzsparende vertikale Systeme für die Ernährung von Astronaut:innen entscheidend sein.

Sogar im Walt Disney World Resort wird dazu geforscht – im Rahmen einer Kooperation zwischen USDA und Disney. Dort werden etwa Pflaumen und Äpfel für den Anbau in Raumfahrtsystemen angepasst.

Chancen und Herausforderungen

Die Vorteile der vertikalen Landwirtschaft liegen auf der Hand: ganzjährige Ernte, Wassersparen, regionale Produktion auch in unwirtlichen Gebieten. So baut Plenty auch in Wyoming und plant fünf weitere Farmen in Abu Dhabi – mitten in der Wüste.

Doch es gibt auch Herausforderungen: Energieverbrauch ist der größte Kostenfaktor, insbesondere für Beleuchtung und Entfeuchtung. Zudem sind viele Pflanzen bislang nicht für die vertikale Produktion geeignet, da sie zu groß sind oder Winterphasen benötigen. Eine Züchtung neuer Sorten sei notwendig, betont USDA-Forscher Chris Dardick – das erfordere jedoch hohe Investitionen in Forschung.


Fazit: Vertikale Landwirtschaft mit KI-Einsatz ist nicht mehr nur Zukunftsvision, sondern Realität – von Virginia bis Abu Dhabi und vielleicht bald auch im Weltall. Doch ihr Erfolg hängt entscheidend davon ab, ob sie wirtschaftlich tragfähig gemacht werden kann.

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