Brasilianische Behörden haben am 4. Mai einen geplanten Anschlag auf das Lady Gaga-Konzert am Vortag in Rio de Janeiro vereitelt. Die Show am berühmten Copacabana-Strand zog laut Stadtverwaltung rund 2,1 Millionen Menschen an – eines der größten Konzerte der Pop-Ikone überhaupt.
Laut einem Statement der Zivilpolizei des Bundesstaates Rio de Janeiro planten Mitglieder einer radikalen Online-Gruppe einen koordinierten Angriff mit selbstgebauten Sprengsätzen und Molotowcocktails. Die Gruppe verbreitete gezielt Hassbotschaften, Selbstverletzungspropaganda und extremistische Inhalte, um insbesondere Jugendliche zu rekrutieren.
Täter gaben sich als „Little Monsters“ aus
Besonders brisant: Die mutmaßlichen Täter identifizierten sich selbst als Teil von Lady Gagas weltweiter Fan-Community, den sogenannten „Little Monsters“. Die brasilianische Justizbehörde vermutet, dass dies als Tarnung diente, um Gleichgesinnte über soziale Medien zu mobilisieren.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Hinweis der Cyber-Einheit der Justizbehörde. Diese deckte eine digitale Zelle auf, in der mit codierter Sprache und extremistischen Symbolen zur Gewalt aufgerufen wurde.
Verhaftungen und Hausdurchsuchungen
Ein Mann, der als Anführer der Gruppe gilt, wurde im Bundesstaat Rio Grande do Sul wegen illegalen Waffenbesitzes verhaftet. Ein Jugendlicher in Rio de Janeiro wurde festgenommen, weil er kinderpornografisches Material gespeichert hatte.
Insgesamt führten die Behörden mehr als ein Dutzend Durchsuchungen in vier Bundesstaaten durch – darunter Rio de Janeiro, Mato Grosso, Rio Grande do Sul und São Paulo.
Fazit: Der vereitelte Anschlag unterstreicht erneut die wachsende Gefahr extremistischer Online-Gruppen, die gezielt Jugendliche ansprechen. Dank schneller Ermittlungen konnte jedoch Schlimmeres verhindert werden.