Am frühen Montagmorgen kam es in der Leipziger Innenstadt zu einer spektakulären Verfolgungsfahrt, bei der ein silberner Mercedes C200 mit riskanten Fahrmanövern vor der Polizei flüchtete – und schließlich auf ungewöhnliche Weise entkam.
Gegen 05:10 Uhr bemerkte eine Streifenwagenbesatzung an der Kreuzung Goerdelerring / Pfaffendorfer Straße ein auffälliges Verhalten: Ein zunächst in Richtung Zoo stehender Mercedes bog beim Erblicken der Beamten plötzlich verbotenerweise bei Rot nach rechts Richtung Hauptbahnhof ab.
Als die Polizei den Wagen einer Kontrolle unterziehen wollte, ignorierte der Fahrer sämtliche Anhaltesignale und überfuhr auf der Flucht mehrere rote Ampeln, unter anderem an der stark frequentierten Höfe-am-Brühl-Kreuzung. Die Fahrweise des Flüchtigen war laut Polizeibericht grob verkehrswidrig und rücksichtslos – der Verdacht eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens steht im Raum.
Die Verfolgung musste auf Höhe Friedrich-List-Platz abgebrochen werden, da der Streifenwagen wegen eines platten Reifens nicht weiterfahren konnte. Doch eine herbeigerufene Verstärkung sichtete den Mercedes kurze Zeit später erneut in der Eisenbahnstraße. Auch dort gelang es der Polizei nicht, das Fahrzeug zu stoppen – der Fahrer wich einer Straßensperre aus und flüchtete durch einen Fußgängertunnel unter einer Baustelle.
Kurze Zeit später konnte der Wagen am Torgauer Platz mit deutlichen Unfallspuren vom Durchfahren der Baustelle, jedoch ohne Fahrer, aufgefunden werden. Wer am Steuer saß, ist derzeit noch unklar.
Die Polizei ermittelt nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, unerlaubtem Entfernen vom Unfallort sowie wegen des Verdachts auf ein illegales Autorennen. Hinweise auf den Fahrer oder die Fahrerin nimmt die Polizeidirektion Leipzig entgegen.
Der Vorfall reiht sich ein in eine wachsende Zahl riskanter Fluchtfahrten im Stadtgebiet – eine Entwicklung, die bei den Behörden zunehmend Sorge auslöst.