Am Samstag haben in allen Bundesstaaten der USA Tausende Menschen gegen die aktuelle Regierungspolitik demonstriert. Unter dem Motto „50501“ – also 50 Proteste, 50 Bundesstaaten, 1 Bewegung – fanden landesweit Aktionen statt. Die Proteste wurden bewusst auf das Wochenende gelegt, an dem der 250. Jahrestag des Beginns des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs begangen wurde.
In vielen Städten versammelten sich die Teilnehmer mit Transparenten und Plakaten, auf denen unter anderem Slogans wie „No Kings“, „In America, the Law is King“ oder „Kein König! Keine Tyrannei!“ zu lesen waren. Auch vor bekannten Orten wie dem Regierungssitz in Washington oder vor Autohäusern eines bekannten Elektroautoherstellers wurde demonstriert.
Ein zentrales Thema war die irrtümliche Abschiebung eines Mannes nach El Salvador, der ursprünglich Asyl in den USA beantragt hatte. Viele forderten seine Rückholung und kritisierten das Vorgehen der Behörden scharf. Weitere Kritik richtete sich gegen die Maßnahmen zur Haushaltskürzung, darunter die Reduzierung von Verwaltungsstellen durch eine neu eingerichtete Regierungsabteilung zur Effizienzsteigerung.
Die Proteste verliefen weitgehend friedlich. Es kam jedoch vereinzelt zu lautstarken Wortgefechten, etwa als ein Unterstützer der Regierung provozierend mit einem Plakat in eine Menschenmenge ging. In sozialen Netzwerken wurden entsprechende Videos geteilt.
Begleitend zu den Demonstrationen fanden auch Feierlichkeiten in Massachusetts statt, bei denen an die historischen Schlachten von Lexington und Concord sowie an den legendären Ritt von Paul Revere erinnert wurde. Auch dort wurden politische Botschaften mit Bezug auf die aktuelle Lage gezeigt.
In Umfragen zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar unterstützen laut einer aktuellen Erhebung rund 45 % der Befragten die Arbeit der Regierung – etwas mehr als in einer früheren Amtsperiode – jedoch liegt die Zustimmung damit deutlich unter dem historischen Durchschnitt vergleichbarer Phasen früherer Präsidenten, der bei rund 60 % liegt.
Die Kritik an der wirtschaftlichen Lage wächst ebenfalls. Laut einer aktuellen Befragung sind nur noch 37 % der Befragten mit der wirtschaftspolitischen Arbeit zufrieden – ein Rückgang im Vergleich zu Jahresbeginn.
Bereits Anfang des Monats hatte es in über 1.200 Orten große Proteste gegeben, bei denen nach Schätzungen mehrere Hunderttausend Menschen teilgenommen hatten. Die Bewegung setzt ihren Protest nun kontinuierlich fort – mit dem erklärten Ziel, die Werte der US-Verfassung und der Demokratie zu verteidigen.