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Schneechaos im Wallis: Regierung ruft „besondere Lage“ aus – Verkehrsverbindungen lahmgelegt

isakarakus (CC0), Pixabay

Der Winter hat in der Schweiz ein dramatisches Comeback gefeiert – mitten im April: Heftige Schneefälle und Regenfälle haben im Wallis, im Tessin und im Berner Oberland zu einer angespannten Lage geführt. Besonders betroffen ist der Kanton Wallis, der am Donnerstag offiziell die „besondere Lage“ ausgerufen hat. Die Behörden warnen eindringlich vor Lawinen, Stromausfällen und Verkehrschaos.

Im gesamten Kanton sind Straßen unpassierbar, Bahnverbindungen unterbrochen, und selbst größere Verkehrsachsen wie der Simplon-Pass, der Simplon-Tunnel sowie der Grosse-St.-Bernhard-Pass mussten gesperrt werden. Auch der wichtige Autoverlad am Lötschberg ist nicht mehr in Betrieb. Zwischen Visp und Zermatt sowie Visp und Leuk verkehren derzeit keine Züge – eine Rückkehr zum Normalbetrieb ist vorerst nicht in Sicht.

Saas-Grund von der Außenwelt abgeschnitten

In Saas-Grund sind die Auswirkungen besonders dramatisch: Dort liegt mittlerweile über ein halber Meter Neuschnee, das Dorf ist weitgehend abgeschnitten. Seit den frühen Morgenstunden war zeitweise der Strom ausgefallen – und mit ihm die Mobilfunkverbindung. Die Feuerwehr ist im Einsatz, doch schlechte Sichtverhältnisse erschweren die Suche nach der Ursache. Auch Drohnen zur Erkundung der Strommasten mussten aufgrund des Wetters wieder landen.

Die Behörden informierten die Bevölkerung über einen allgemeinen Chat: Läden und Schulen sind geschlossen, die Menschen sollen ihre Häuser nicht verlassen. Ein Arzt und eine Ambulanz stehen für Notfälle bereit.

Lawinengefahr auf höchster Warnstufe

Im gesamten westlichen Alpenraum, insbesondere im Wallis und den angrenzenden Regionen, gilt aktuell Lawinenwarnstufe 4 – die zweithöchste. Laut Beni Zweifel vom Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung sind spontane Lawinenabgänge bis in tiefe Lagen möglich. Auch mittlere und große Lawinen könnten sich lösen, was Schneesportlern und Wanderern höchste Vorsicht abverlangt. In den Bergen herrschen derzeit lebensgefährliche Bedingungen.

Bahnbrand am Gotthard sorgt für zusätzliche Probleme

Nicht nur der Schnee sorgt für Verkehrsprobleme: Am Gotthard kam es in einem Güterzug zwischen Göschenen und Airolo zu einem Brand. Die wichtige Gotthard-Bergstrecke ist unterbrochen, die SBB hat Ersatzbusse eingerichtet, es kommt jedoch zu Verspätungen und Ausfällen. Der Vorfall verschärft die ohnehin angespannte Verkehrslage weiter – denn durch die Sperrungen im Wallis und Tessin bleiben nur wenige Ausweichrouten offen.

Appell an Reisende und Bevölkerung

Der Walliser Staatsrat bittet die Bevölkerung, Aktivitäten im Freien auf das absolut Notwendige zu beschränken. Wälder und Bäume sollen wegen der Gefahr von umstürzenden Ästen und Schneelasten gemieden werden. Auch wird davon abgeraten, sich dem Geschehen zum Fotografieren oder Filmen zu nähern – nicht zuletzt, um Rettungskräfte nicht zu behindern.

Reisende werden gebeten, Fahrten ins Wallis zu verschieben, da die Anreise derzeit mit erheblichen Risiken und kaum vorhersehbaren Änderungen verbunden ist.

Ausblick: Wetter bleibt angespannt

Laut Meteorologen ist in den kommenden Stunden mit weiteren Niederschlägen zu rechnen – zum Teil als Schnee, zum Teil als Regen. Die Lage kann sich je nach Region stündlich verändern. Die Behörden rufen dazu auf, regelmäßig Wetter- und Verkehrsinformationen zu verfolgen und Anweisungen strikt zu befolgen.

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